Der gerade geschasste Porsche-Chef Wendelin Wiedeking erlebt dieser Tage eine ungewöhnliche Häufung einschlägiger Anfragen: Er möge sie doch auch mit einer Spende bedenken, bitten ihn die Hilfswerke des Motor Presse Clubs und anderer Journalistenvereine. Wiedeking hatte die Gesuche selbst mit seinem spendablen Umgang mit der 50-Millionen-Euro-Abfindung losgetreten, die ihm nach 17 Jahren bei Porsche zugesprochen wurde.

Die Hälfte davon hat er für die "Förderung einer sozial gerechten Entwicklung" an den Porsche-Standorten vorgesehen. Dafür wird eigens eine Stiftung gegründet.Und ganz speziell: Je eine halbe Million Euro will er zudem den regionalen Unterstützungsfonds für "notleidende Journalisten im Alter" in Baden-Württemberg, Niedersachsen und Hamburg zukommen lassen.

Damit dreht er nicht nur den Essers, Zumwinkels und anderen Abzockern in den Chefetagen eine lange Nase, sondern versucht, mit den gezielten Spenden an die regionalen Journalistenhilfsfonds auch die dort ansässigen Medien zu beschämen, die ihn einst hochjubelten und dann fallen ließen. Wiedekings Botschaft: Auch wenn ihr nicht anständig mit mir umgegangen seid, ich bleibe auch in der Niederlage fair. Die Ironie wurde aber offenbar nicht überall verstanden. (dhl)