Man kann auch Eigennamen als Gattungsbezeichnung verwenden. Die Sprache der Teenies hat soeben den Namen des amerikanischen Präsidenten in ein Synonym für Schwarze verwandelt. Das geht ungefähr so: "Haste gesehen? Vor der Disco, die beiden Obamas? Die haben was geraucht." Oder: "Was will die Tanja von dem Obama? Haben die was laufen?" Soll man darüber lachen oder weinen? Man könnte hoffen, dass etwas von der deutschen Sympathie für Barack Obama sich auf andere Menschen dunkler Hautfarbe überträgt. Man könnte aber auch fürchten, dass ein zähes Ressentiment nur einen neuen Ausdruck gefunden hat. Im Plural, der das Individuelle im Kollektiv untergehen lässt, steckt oft etwas absichtsvoll Ungerechtes: Denn was hat Obama mit anderen Schwarzen gemeinsam? Mit Sicherheit nur die Hautfarbe, die darum von dem Namen, auf andere angewandt, genauso maskiert wie eigens betont wird.

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