Die Frau weiß nicht, wohin. Sie kommt aus der Gegend um Leipzig, ist zuletzt auf einer Burg im Taunus interniert gewesen und sucht nun dringend ein neues Zuhause. Gotha bietet sich an, da hat sie Freunde. Aber die Gastgeber geraten ihretwegen gleich in Schwierigkeiten, sie muss wieder abfahren. Wohin bloß? Nach Amerika? Das erwägt sie ernsthaft. Entscheidet sich dann aber für Dresden. Die Stadt indes weist ihren Antrag auf Niederlassung ab. Jetzt bleibt nur noch ihre Geburtsstadt Göttingen . Doch von der Landesregierung in Hannover kommt die Verfügung, sie sei Persona non grata und dürfe Göttingen nicht betreten. "Meine Existenz in Deutschland ist hin", klagt sie bitter.
Kulturgeschichte: Die Frau, die einzig war
Zwischen Göttingens gelehrter Welt, Mainzer Republik und dem Jena der Romantik: Das leidenschaftliche Leben der Caroline Schlegel-Schelling