Wie viele Fotos haben Sie dieses Jahr im Urlaub geschossen? Früher waren es ein oder zwei Filme mit je 36 Bildern, die man dann zum Entwickeln gab. Heute bringen wir gerne 500 digitale Schnappschüsse mit nach Hause. Das einzelne Foto kostet ja praktisch nichts, und entsprechend oft drückt man auf den Auslöser, zu Hause wird die visuelle Beute dann in die Computerfestplatte entleert.

Die meisten Hobbyfotografen sortieren lediglich die verunglückten Fotos aus, der Rest bleibt unsortiert liegen, um die Beschriftung und Archivierung kann man sich ja später kümmern. Was dann meist nie geschieht.

Digitale Bilder vergilben nicht, und sie gehen auch nicht verloren – glauben wir. Aber das ist sehr kurz gedacht. Denn die Festplatten, denen wir neben den Fotos auch unsere Film- und Musiksammlung anvertrauen, sind nicht für die Ewigkeit gedacht. Die Frage ist nicht, ob eine Platte irgendwann einen fatalen Crash hat, sondern wann der Lesekopf aus ein paar Nanometern Höhe aufs Metall knallt und zur spanabhebenden Datenverarbeitung übergeht. Wer seine Daten nur einfach gesichert hat, der kann gewiss sein, dass er sie irgendwann in den nächsten Jahren verliert. Wenn dann keine altmodischen Papierabzüge der wichtigsten Bilder da sind, reißt der digitale GAU ein Loch in die Biografie.

Das Rezept gegen den Datenverlust heißt Redundanz – alle Daten sollten mehrmals vorhanden sein. Die Fachmagazine empfehlen, Fotos auf externe Speichermedien zu kopieren, entweder auf DVDs oder auf externe Festplatten, die man aber nicht ständig in Betrieb hält, sondern dunkel und trocken im Schrank lagert. Einmal pro Jahr sollte man die Medien überprüfen und alle drei Jahre die Daten auf frische Träger umkopieren.

Das sind gute Tipps für Fotografen, die ihr Bildmaterial sorgfältig verschlagworten und katalogisieren. Was aber ist mit den Hobbyknipsern, die sich nicht einmal die Mühe machen, die kryptischen Namen zu ändern, mit denen die Kamera ihre Bilder versehen hat ("IMG_3127.JPG")? Sie sehen zwar abstrakt die Notwendigkeit von Kopien ein, haben aber weder Zeit noch Lust zu aufwendiger Archivarbeit. Für sie gibt es inzwischen einige technische Lösungen.

Erstens: die Bilder bei externen Webdiensten lagern. Flickr und Googles Picasa sind die populärsten dieser Dienste, sie bieten nicht nur Speicherplatz, sondern auch eine Oberfläche zur Sortierung der Bilder sowie die Möglichkeit, die Fotos anderen übers Netz zur Verfügung zu stellen. Dort sind die Bilder ziemlich sicher – die Webdienste speichern ihre Daten professionell und redundant. Aber abgesehen von den Sorgen um die Privatsphäre, stellt sich die Frage: Kann man davon ausgehen, dass es Flickr in zehn oder zwanzig Jahren noch gibt? Zweifel sind erlaubt.

Wer sich lieber selbst um die sichere Speicherung seiner digitalen Schätze kümmert, für den ist die erste Möglichkeit ein Backup-Programm, das automatisch in gewissen Zeitspannen den gesamten Inhalt der Festplatte oder ausgesuchter Ordner auf ein externes Medium kopiert. Gemäß Murphys Gesetz sind im Falle eines Plattenabsturzes aber gerade die Daten am wichtigsten, die nach dem letzten Backup hinzugefügt wurden. Dieses Dilemma entfällt bei der sogenannten Raid-Technik, die früher Profis vorbehalten war, nun aber auch für Laien erschwinglich ist.