Seit Nazizeiten gilt es als unerlaubt, Namenswitze zu machen, aber es ist ja kein Witz, dass einer der erfolgreichsten und sicherlich auch schnellsten deutschen Fußballer Philipp Lahm heißt und dass der langjährige Chefredakteur und künftige Herausgeber der legendären Zeitschrift kicker auf den Namen Rainer Holzschuh hört. Es liegt etwas Heroisches darin, gegen das vom eigenen Namen scheinbar vorgezeichnete Fatum mannhaft anzukämpfen und es energisch in sein Gegenteil zu verkehren. Es war ja auch Guido Westerwelle keineswegs vorgezeichnet, dass aus ihm ein erfolgreicher Parteivorsitzender werden würde und keineswegs ein Friseur, obwohl seine Auftritte zuweilen an diesen Berufsstand gemahnen.

Nicht alle können wir Schmidt heißen. Ein jeder sehe zu, dass er etwas aus sich mache, ob mit seinem Namen oder gegen ihn. Nun liegt die Geschichte männlicher Erfolge derzeit nicht im Zentrum öffentlicher Wahrnehmung, die bedeutend mehr an den Höhepunkten weiblicher Karrieren interessiert scheint, was ja vollkommen verständlich ist: Was wäre schöner als ein weiblicher Sieg? In diesem Zusammenhang muss uns die folgende Nachricht elektrisieren: Britische Forscher der Universität Newcastle haben herausgefunden, dass Frauen mit erfolgreichen und vermögenden Männern häufiger einen Orgasmus haben als mit armen und erfolglosen. Dass Geld sexy ist, hat seinen evolutionsbiologischen Grund. Von nichts kommt nichts, nur das machtvolle Vatertier bietet Garantien für den Schutz der Nachkommenschaft. Die Legende vom armen, aber anständigen Bürger, der treu dem Staat gibt, was des Staates ist, und seiner Frau die Wonnen ehelicher Lust bereitet, ist haltlos wie leider alle Legenden.

Bitter, bitter. Wer will uns arme Zeilenschinder haben? Das Konto gähnt, die Frauen gähnen. Jedoch: Die berühmte Schriftstellerin und TV-Moderatorin Charlotte Roche spendet uns kraftvoll Trost. Eben hat sie im Spiegel enthüllt, hässliche Männer seien "viel besser im Bett, die geben sich mehr Mühe". Wer Macht und Geld hat, der muss sich keine Mühe mehr geben, das ist wohl wahr. Andererseits: Wer sich im Bett Mühe gibt, ist und bleibt ein armes Schwein, da kann Frau Roche uns erzählen, was sie will. Wobei auffällt, dass ihr Name zwar keine Spur legt, dass sie aber doch ziemlich plappert wie eine Friseuse.