Entwicklungshelfer warnen vor einer Kürzung der Hilfsbudgets infolge der Finanzkrise. "Nach der Asienkrise in den neunziger Jahren stieg die Kindersterblichkeit erheblich an", warnt Susanne Weber-Mosdorf von der Weltgesundheitsorganisation. Die Leiterin des Brüsseler Büros begründet die gestiegene Mortalität mit Sparmaßnahmen bei der Entwicklungshilfe und fürchtet jetzt eine Wiederholung. Österreich beispielsweise kürzte den Etat 2008 um 130 Millionen Dollar. Pro Kopf und aufs Jahr gerechnet, zahlt Österreich mit 201 Dollar allerdings noch 42 Dollar mehr an Entwicklungshilfe als Deutschland. Nach Berechnungen von Nichtregierungsorganisationen ist Luxemburg mit 834 Dollar Entwicklungshilfe je Einwohner Spitzenreiter, Bulgarien mit drei Dollar Schlusslicht.

Zählt man alle EU-Länder zusammen, dann legte deren Anteil an den weltweiten Spenden zu. Sechs von zehn Euro für Hilfsprojekte in Afrika, Asien und Südamerika stammen aus der EU. Im vergangenen Jahr stieg das Budget um 600 Millionen Dollar, während die USA den gleichen Betrag kürzten. "Ich verstehe nicht, dass manche Staaten ihre Budgets zusammenstreichen", sagt die liberale EU-Parlamentarierin Sophie in ’t Veld: "Wenn sich die afrikanischen Länder entwickeln, haben wir Handelspartner und Absatzmärkte. Helfen wir nicht, verschärfen wir nur den Migrationsdruck."