Wer die Umwelt schützen will, hängt nasse Wäsche am besten auf die Leine. Klingt logisch, stimmt aber nicht. "Wenn Sie Ihre Wäsche in einem beheizten Raum trocknen, verbrauchen Sie langfristig mehr Energie als beim Einsatz eines guten Wäschetrockners", sagt Carl-Otto Gensch vom Freiburger Öko-Institut. Den Energieaufwand für Herstellung, Vertrieb und Entsorgung der weißen Ware hat er in einer aufwendigen Vergleichsstudie ebenso berücksichtigt wie den Umstand, dass in Deutschland nur an der Hälfte aller Tage geheizt werden muss.

Wärme wird benötigt, um das in der feuchten Wäsche enthaltene Wasser zu verdunsten. Anschließend muss es durch Lüften aus dem Raum befördert werden. Dabei geht Heizenergie verloren. Im schlechtesten Fall so viel, dass sich die Anschaffung eines Trockners sogar finanziell lohnt.

Am sparsamsten ist ein Gerät, das es im normalen Laden gar nicht zu kaufen gibt. Der Erdgastrockner Crosslee ist ein Import aus Großbritannien und kann über wenige Fachbetriebe bezogen werden. Strom verbraucht er nur für die Bewegung der Trommel, die Heizenergie wird mit einem Gasbrenner erzeugt. Das senkt den CO₂-Ausstoß gegenüber Elektrogeräten um die Hälfte. Dürfte er ein EU-Energielabel tragen, hätte der Erdgastrockner die Effizienzklasse A++ verdient. Doch die bunten Aufkleber gibt es nur für reine Elektrogeräte. "Wir müssten mehr Werbung machen", sagt Johanna Schlegel vom Importeur AZ Gastechnik. Doch dafür sei der Umsatz zu niedrig.

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Auch bei den Kosten für das Trocknen einer Wäscheladung liegt der Erdgastrockner deutlich unter den besten Geräten. 200 Euro für die Installation einer zusätzlichen Gassteckdose sind dabei bereits eingerechnet.

Wer allerdings kein Gas im Haus hat, muss sich bei den reinen Elektrogeräten umschauen. Klassische Abluft- oder Kondensationstrockner schaffen es bestenfalls zu Effizienzklasse B. Sie sind entsprechend klimaschädlich und unwirtschaftlich. Ein A tragen ausschließlich Geräte mit eingebauter Wärmepumpe. Sie nutzen die Abwärme, das reduziert den Energieverbrauch um rund 40 Prozent. Den höheren Kaufpreis gleicht die Stromeinsparung bis zum Ende der Lebensdauer aus.