Van Dyke Parks sieht aus wie ein dicklicher Kater mit schlohweißem Haar. Sein Anzug sitzt makellos, er trägt Fliege statt Krawatte, was ihm eine mondäne Süffisanz verleiht. Kein Zweifel: Der Mann aus Pasadena ist ein Bonvivant alter Schule, ein Exzentriker, der sich als Gentleman präsentiert und selbst Mails mit "Dear Sir" beginnt. Um sich im Gespräch dann doch als Plauderer zu präsentieren. Die Pointen seiner Geschichten beendet er gerne mit einem laut meckernden Gelächter…

DIE ZEIT: Mr. Parks, Woodstock wurde dieses Jahr vierzig, und mindestens ebenso lang sind Sie im Musikgeschäft. Allerdings wirken Sie weder heute wie damals wie ein typischer Vertreter der Woodstock-Generation.

Van Dyke Parks: Damals in den Sechzigern sprachen alle schon Wochen vorher von Woodstock, und jeder wollte hin. Doch das Erste, was mir dazu einfiel, war: Was ist, wenn es regnet und die Toiletten explodieren?

ZEIT: Es hat Sie nicht gejuckt, dabei zu sein?

Parks: Bei explodierenden Toiletten will ich auf keinen Fall in der Nähe sein. Und letztlich ist genau das passiert. Aber es stimmt schon, wenn Sie auf das Cover meines ersten Albums anspielen: Da sehe ich etwas konservativ aus. Trotzdem steckt eine Menge Zorn und Gegenkultur in Song Cycle.

ZEIT: Vier Jahre später trugen Sie längere Haare, Schnurrbart, dunkle Pilotenbrille und einen breitkrempigen Hut. Man erkennt Sie kaum wieder.

Parks: Meine Mutter behauptete damals, ich würde aussehen wie ein ehemaliger Vizepräsident von Mexiko. Auf dem Foto, das Sie ansprechen, stehe ich in einem Busbahnhof, vor diesen Schließfächern, die nach 11. September abgeschafft wurden. Ich suchte damals nach einem Bus für die 28-köpfige Steelband, mit der ich arbeitete. Deshalb sind auf dem Cover von Discover America auch Busse abgebildet.

ZEIT: Die Kritik hat Sie stets gefeiert. Die Plattenfirmen allerdings brachte Ihre verschwenderische Musik zur Verzweiflung…

Parks: Der Präsident von Warner Brothers Records, ein geschätzter Bewunderer und Freund, hörte sich mein erstes Album damals an und fragte mich erstaunt: "Und wo sind die Songs?" Schließlich hieß das Album Song-Cycle, zu deutsch Liederzyklus. Später schaltete man Anzeigen, die das Missverhältnis von höchstem Kritikerlob und tragischer Käuferzurückhaltung in den Mittelpunkt stellten. Auch das half wenig.