Mülltrennen macht Arbeit, und obwohl die Deutschen Recycling-Weltmeister sind, gibt es doch immer wieder Verschwörungstheorien mit dem Tenor: Die ganze Sammelei bringt doch nichts, das ist alles nur Beschäftigungstherapie fürs ökologisch gesinnte Volk.

Zumindest beim Altglas kann man das jedoch klar als Gerücht enttarnen. Die verwertenden Firmen wollen das Glas als Sekundärrohstoff weiterverkaufen, und hochwertiges Glas lässt sich nur aus farblich sauber getrenntem Altglas herstellen: Schon eine einzige grüne Flasche kann 500 Kilogramm Weißglas verfärben. Anders als bei Papier bekommt man die Farbe aus dem Glas nicht mehr heraus. Auch braunes Glas sollte möglichst farbenrein gesammelt werden, lediglich das grüne kann "Fehlwürfe" einigermaßen wegstecken.

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Zwar lassen sich inzwischen mit automatischen Sortieranlagen auch viele Glasscherben nach Farbe trennen, aber das Ergebnis ist deutlich besser, wenn schon der Verbraucher per Hand sortiert hat.

Ein Ursprung der Legende ist wohl – neben allgemeiner Recycling-Müdigkeit – eine Beobachtung, die schon viele Verbraucher gemacht haben: dass nämlich der Inhalt der drei Container (weiß, braun, grün) in einen einzigen Lkw gekippt wird. Der aber hat im Inneren tatsächlich drei getrennte Kammern. Weil man das von außen nicht sieht, sind einige Kommunen dazu übergegangen, die Altglastransporter von außen dreifarbig anzustreichen. 

Die Adressen für "Stimmt’s"-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de. Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio