"Welche Wahl lässt uns die Krise?", lautete die Frage des ZEIT -Wettbewerbs "Politischer Essay". Die Resonanz war überwältigend. 870 Manuskripte erreichten uns, Beiträge aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, aber auch aus Tschechien, Chile, den USA, China und Ghana. Schüler und Studenten haben sich beteiligt, Hartz-IV-Empfänger ebenso wie Strafrechtsprofessoren, Ärzte, Anwälte, Altenpfleger und Maurermeister. Viele schrieben klassische Essays, manche wagten sich auch an unkonventionellere Formen, fiktive Interviews mit der Bundeskanzlerin etwa, ein komplettes Buchmanuskript war auch dabei.

Zusammengenommen ergeben die Manuskripte eine einzigartige Tiefenbohrung in die Seelenlage der Deutschen im Spätsommer 2009 – und die ist offenbar erstaunlich gelassen und selbstbewusst. Aus kaum einem der Texte spricht Angst oder gar Panik, im Gegenteil, wieder und wieder haben die Autoren ihr Zutrauen in die Demokratie auch in wirtschaftlich dramatischen Zeiten formuliert. Natürlich gibt es Wut über Banker und Politiker, aber die wenigsten halten sich lange damit auf; sie suchen nach handfesten Verbesserungen, viele favorisieren ein bedingungsloses Grundeinkommen, noch weit mehr fordern eine radikale Abkehr vom Konsumismus der Gesellschaft. Und die häufigste Antwort auf die Frage "Welche Wahl lässt uns die Krise?" lautet: "Jede!"

Vier Wochen lang hat die sechsköpfige Jury unter Vorsitz von Giovanni di Lorenzo alle eingereichten Beiträge gelesen und am 13. September einstimmig die Sieger gekürt:

1. Preis:

Dominik Barta, Wien
Von Andreas, meiner Mutter und 306 Pferden - Loblied auf das Lotterleben eines Freundes oder: Was ist eigentlich gerecht?

2. Preis:

Otto Ruths, Hamburg
Leider fehlt der Beipackzettel - Brief an einen zornigen jungen Mann: Mit 87 Jahren ein Rückblick auf die Welt

3. Preis:

Till Roderigo, Saarbrücken
Der Mensch ist kein Rhinozeros - Mit der Krise kehrt eine menschliche Eigenschaft in die Gesellschaft zurück: Die Gerechtigkeit.

Auch die neun weiteren, in die engste Wahl gelangten Leser-Essays, können Sie hier nachlesen.

Wir danken allen Teilnehmern für ihre Beiträge und gratulieren den Preisträgern.