Während Unterhändler bei einem New Yorker Forum im Vorfeld der großen UN-Klimakonferenz von Kopenhagen um den kleinstmöglichen Kompromiss feilschten, geht die Luftfahrtindustrie in die Offensive. Bis 2050 will sie ihre Emissionen gegenüber 2005 halbieren und sich einem globalen Klimaschutzabkommen nicht verschließen. Diese Vorschläge präsentierte Willie Walsh, Chef von British Airways, am Dienstag am Rande des Forums.

Klimaexperten bezweifeln, ob Airlines, Flughäfen und Flugzeugbauer zu einem derartigen Kraftakt in der Lage sind. "In der Branche gelten Effizienzsteigerungen von 1,5 Prozent im Jahr als realistisch", sagt Frank Wetzel vom Umweltbundesamt. Weitere Einsparungen will die Industrie über den Einsatz alternativer Brennstoffe erzielen. Wetzel ist da skeptisch: "Solange am Boden fossile Energieträger genutzt werden, ist der Umstieg auf Biomasse und Wasserstoff im Luftverkehr äußerst unwahrscheinlich."

Werner Reh, Verkehrsexperte des BUND, hält die Ziele nur dann für realistisch, wenn die Fluggesellschaften verbindlich in einen weltweiten Zertifikatehandel mit einer Deckelung der Verschmutzungsrechte einbezogen werden. Zumindest 2009 wird die Luftfahrtindustrie einiges erreichen: Die Emissionen sinken – der Rezession sei Dank – um etwa sieben Prozent. (TaT)