Bei allem Gerede über NCs und Auswahlverfahren wird oft vergessen, dass knapp die Hälfte der 9000 grundständigen Studiengänge in Deutschland nicht zulassungsbeschränkt ist: Innerhalb des Immatrikulationszeitraums geht man einfach in die Studentenkanzlei und schreibt sich ein. Auf www.hochschulkompass.de kann man sich im erweiterten Suchformular der Onlinedatenbank alle diese Studienangebote anzeigen lassen.

Klar ist: je mehr Bewerbungen, desto höhere Chancen – aber bitte nicht nach dem Gießkannenprinzip. "Wenn es sich um Studiengänge mit umfangreichen Auswahlverfahren handelt, sollte man sich auf höchstens fünf konzentrieren und dafür beim Auswahlgespräch wirklich gut präpariert sein", sagt Verse-Herrmann.

Wer geduldig ist, versucht, über die Wartezeit einen Platz zu ergattern. Im Wintersemester 2008/09 lag sie etwa für angehende Mediziner bei zehn Semestern. Mit einer fachnahen Ausbildung lässt sich das sinnvoll überbrücken, nicht aber mit einem Studium in Deutschland, weil es nicht als Wartezeit angerechnet wird. Ein Auslandsstudium wird dagegen berücksichtigt.

Unbedingt nutzen sollten Bewerber die seit September erstmals zur Verfügung stehende Studienplatzbörse unter www.freie-studienplaetze.de: Dort melden die Hochschulen noch freie Studienplätze, die aufgrund von Absagen anderer Interessenten unbesetzt geblieben sind. Die letzte Chance auf einen Studienplatz bietet das Losverfahren: Hochschulen, die kurz vor Semesterbeginn noch Plätze frei haben, verlosen sie unter Interessierten, ohne bestimmte Voraussetzungen zu berücksichtigen. An diesem Verfahren nehmen nicht automatisch alle abgelehnten Bewerber teil, man muss sich dafür direkt bei der jeweiligen Uni anmelden.