Der tödliche Angriff von München-Solln ist auch deshalb so erschreckend, weil er in München geschah, einer Stadt, von der man glaubt: Da geht es noch friedlich zu. Tatsächlich gibt es, wie die Karte zeigt , ein ziemliches Nord-Süd-Gefälle, was die Straßenkriminalität anbelangt, zu der Handtaschendiebstahl genauso gehört wie Autoknacken und Körperverletzung.

Im Süden haben die Menschen bessere Aussichten auf einen Job, sie kommen seltener auf die Idee, Autos aufzubrechen oder zuzuschlagen. Stadtviertel, in denen es fast zur Gewohnheit geworden ist, kriminell zu sein, sind hier seltener. Stuttgart hat die geringste Quote, so gering, dass Kriminologen überlegen, ob es an der schwäbischen Mentalität liegen könnte.

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Am höchsten ist die Quote in Bremen und in Münster. Bremen ist sehr arm, Münster eine sehr junge Stadt: gutes Nachtleben, es wird viel gefeiert – und da passiert leider auch mehr. Bielefeld , gleich daneben, ist langweiliger und friedlicher. Soll man in Münster oder Bremen also abends besser zu Hause bleiben? Bitte nicht. Für den Einzelnen kann es fatal sein, wenn die Straße zu leer ist.