Wo es Wasser gibt, kostet es fast nichts. Aber im Spätkapitalismus gelingt es, das Allgegenwärtige teuer zu verkaufen. Davon lebt eine Industrie, die Wasser auf Flaschen zieht und mit einem Etikett versieht, das Wunderdinge verspricht oder jedenfalls ein "Markenerlebnis". In vielen Ländern der Welt handelt man Wasser in Flaschen, auch in Deutschland, wo das Wasser aus der Leitung oft besser ist als das aus der Konserve.

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Nun hat ein kleiner Ort in Australien den Verkauf von Wasser in Flaschen verboten. In Bundanoon, südlich von Sydney, gibt es seit dem Wochenende Wasser nur noch aus der Leitung und an öffentlichen Zapfstellen. Flaschen müssen nicht mehr industriell hergestellt, befüllt, hergebracht, gekühlt, zurückgebracht, gespült werden. Man hält einfach sein Glas oder die eigene Flasche unter den Hahn. Mit jedem Schluck schon man die Umwelt. Das Wasser ist frisch, schmeckt – und es kostet nichts.

Wo im brunnenreichen Deutschland folgt eine zukunftsorientierte Gemeinde dieser Initiative? Wann nimmt, nur mal so als Beispiel, die Deutsche Bahn die Idee auf und beendet das Abkassieren durstiger Reisender auf den Bahnhöfen?