In der ungekürzten Fassung, die Andrea Breth in Essen auf die Bühne bringt, ist Adam ein getriebener, einsamer Richter. Das kleine Puppenzimmer ist verriegelt, es gibt kein Entkommen und keine Gnade. Jeder Spaß hat hier einen langen bitteren Nachhall. Breth lässt Adam zur Musik der Kleistschen Sprache tanzen und wirbeln, bis er zerstört und gepeinigt flieht und gleichsam aus dem Spiel fällt.

Denn Breth spielt die Kleistsche Urfassung, und darin berichtet Eve in einem langen Monolog von ihrem Leid – sie wird gleichsam vom Ende her zur zentralen Figur. Nun stehen die Beteiligten, die manchmal grell und überzeichnet wirken und die Aufklärung des Falls gemeinsam und unbewusst verhindern, desillusioniert im Puppenhaus.

Einer von Kleists Lieblingsbegriffen ist der "Fall": der Rechts- und der Sündenfall, der krude, der körperliche Fall. In dieser Inszenierung ist das Paradies – wie auch in Kleists Marionettentheater- Aufsatz – für immer verriegelt. Der aufgeklärte Fall hinterlässt Ratlosigkeit, da die Erfüllung, das Recht, zu keiner Erlösung führt. Andrea Breth zeigt lauter Mittäter, deren Zusammenspiel die Sünde und die Vertuschung erst ermöglichte. Freispruch gibt es hier für niemanden. Wo scheinbar nur ein Krug zerbrach, da sind am Ende gebrochene Menschen.