Bis in die Achtziger war der Deutsche Bundestag ein Männerparlament, Frauen fielen auf. Heute ist immerhin ein Drittel der Abgeordneten weiblich. Immer noch selten sind erfolgreiche Direktkandidatinnen, sie gewannen nur etwa ein Fünftel der insgesamt 299 Wahlkreise. Die Karte zeigt die 63 Wahlkreise, in denen eine Frau ein Direktmandat geholt hat.

Offenbar trauen es die Parteien den Frauen weniger zu, den lokalen Wahlkampf durchzustehen und bei Veranstaltungen mit Schunkelmusik und Bier zu überzeugen – und schicken sie eher über die Landeslisten in den Bundestag. Besonders frauenfrei ist Baden-Württemberg, wo nur drei gewannen (dagegen 35 Männer). Eher frauenfreundlich sind Hessen, Rheinland-Pfalz und der Osten.

Alle Deutschlandkarten des ZEITmagazins im Überblick

Das größte zusammenhängende Frauengebiet ist der Norden Brandenburgs und Sachsen-Anhalts. Mittendrin liegt Templin, die Stadt, in der Angela Merkel aufgewachsen ist (ihr Wahlkreis ist allerdings höher im Norden). Auch wenn Merkel es nicht sein will: Sie ist eben doch eine Vorkämpferin für die Frauen.