DIE ZEIT: Fast täglich neue Datenskandale, Millionen von Kundendaten in falschen Händen, zuletzt bei der Deutschen Telekom und der Onlinegemeinschaft SchülerVZ. Sind wir einfach nicht reif genug für diese neue Computerwelt?

Jens Seipenbusch: Unser Datenschutz ist tatsächlich mangelhaft. Die ganze Gesellschaft hat einen sehr großen Nachholbedarf.

ZEIT: Wer genau muss denn da etwas nachholen?

Seipenbusch: Der Staat, Unternehmen und jeder Einzelne werden sich daran gewöhnen müssen, mit Daten anders umzugehen, als zu der Zeit, in der man alles in einem Leitz-Ordner abgeheftet hat. Digitale Daten sind flüchtig, sie können blitzschnell irgendwo aus einer Datenbank kopiert oder schnell mal auf einer CD entführt werden. Und andererseits sind sie sehr langlebig. Man kann sie kaum löschen. Bei Google tauchen manchmal Informationen wieder auf, die man schon lange vernichtet zu haben glaubt – weil sie an mehreren Orten zugleich gespeichert wurden.