Es ist ja nicht wirklich obama. Wenn das Jahr zu Ende geht, werden gern Bäume, Vögel oder Sportler des Jahres gewählt. Bei Langenscheidt wird demnächst ein Jugendwort gekürt. Auf der Shortlist stehen unter anderem: Don Promillo (Betrunkener), hartzen (sinnlos rumhängen), Schnecken-TÜV (diese Übersetzung bitte im Internet nachlesen) oder eben obama (neu). Krass abgespaced, die Ausdrücke, um kurz ein paar Vokabeln zu verwenden, die laut dem Wörterbuch der Jugendsprache von Pons besonders "uncool" sind.

Darf man uncool eigentlich noch sagen, wenn cool ein No-go ist? Gott, ist das alles kompliziert geworden. Kein Wunder, dass sich die Profis eingeschaltet haben. Erst Pons, dann Langenscheidt. Der Duden fing schon 2000 an, sich mit einem verwandten Thema, der Szenesprache, zu beschäftigen, und aktualisiert gerade. Neu dabei: Blogorrhoe (durchfallartige Geschwätzigkeit im Internet) oder overchicked (hässlicher Mann, hübsche Freundin). In den Buchhandlungen liegen die Jugendwörterbücher Seite an Seite.

Das Interessante dabei: Es gibt wenig Gemeinsamkeiten, sieht man ab von Schöpfungen wie Feinkostgewölbe (dicker Bauch) oder Ähnlichkeiten wie Achseldackel (stark behaarte Achseln) bei Pons und Achselkatze bei Langenscheidt. So finden sich die Pausenbrücke (Schulstunde), die Einschlafhilfe (Lehrer) und der Heuchlerbesen (Blumenstrauß) nur in dem einen, die Würstelstation (Toilette) und das Grundschulabitur (Hauptschulabschluss) nur in dem andern. Was hat das zu bedeuten? Sollte die Jugend keine gemeinsame Sprache mehr haben? Oder sollen die Supporter (Eltern) etwa beide Bücher kaufen? Na dufte!