Die spinnen, die Astronomen! "Very Large Telescope", sehr großes Teleskop, ist schon ein skurriler Name für einen Sternenspäher. Wenn der nächste aber "extrem großes Teleskop" heißt und der dritte den größenwahnsinnigen Titel "überwältigend großes Teleskop" erhält, dann kann man nur noch den Kopf schütteln.

Daran sollte man sich bei der Lektüre ohnehin so früh wie möglich gewöhnen. "Das Neueste vom Universum" auf 200 Seiten verständlich darzustellen ist kein leichtes Unterfangen. Wer sich viel mit Astronomie beschäftigt, wird an diesem Buch seine Freude haben – für Astro-Anfänger ist es nichts. Zu schnell geht die Reise von den Teleskopen über Galaxien, Sterne, Kometen und Planeten. Wie das Very Large Telescope funktioniert, würde man mithilfe einer Zeichnung besser verstehen, und wieso wir damit in die Vergangenheit unseres Universums schauen können, erklärt der Autor sehr spät.

Anschaulich sind dafür seine Beispiele und Vergleiche: Wenn das Overwhelmingly Large Telescope wirklich noch aus 1000 Kilometer Entfernung die Augen einer Fliege unterscheiden könnte, dann trägt es seinen Namen vielleicht zu Recht. Konkret wird es, wo es um die Suche nach erdähnlichen Planeten geht: Wie müsste ein Himmelskörper aussehen, damit dort Leben entstehen kann? Wie weit muss er von seiner Sonne entfernt sein, damit er weder zur Wüste noch zur Eiswüste wird?

Der Autor betont, dass wir im Grunde wenig über unser Universum wissen. Die Aufnahmen der Titansonde Huygens beschreibt er etwa als "ziemlich trübe Fotos, aus denen sich nur schließen ließ, dass die Gashülle Titans noch wesentlich trüber war als erwartet". Wer solche Durchhänger mit Humor nimmt, dem wächst das kosmische Durcheinander aus Roten Riesen, Braunen Zwergen und Schwarzen Löchern im Laufe des Buches aber ans Herz. Und wenn man mit einem Knall den Deckel zuklappt, hat man Lust, den einen oder anderen Punkt demnächst mal genauer nachzulesen. So schwer kann das doch nicht sein!