Es war in grauer Vorzeit (sprich: in den späten achtziger Jahren), da sagte mir Garry Kasparow einmal, eher würde ein Computer ihn als Weltmeister entthronen, als dass dies einer Frau gelänge. Das war nicht sehr nett, aber es sollte der Wirklichkeit entsprechen.

Äußerungen von (männlichen) Schachmeistern über das Schach der Frauen sind Legion und umfassen das ganze Spektrum vom Abfälligen übers Herablassende und Ironische bis zu gelegentlicher aufrichtiger Bewunderung. Natürlich gehört auch gutmütiger Spott im "Spiel der Geschlechter" dazu, zumal wenn die Beteiligten ein Paar bilden.

So beim Armenier Levon Aronjan, dem neuen Schnellschachweltmeister, und seiner 22-jährigen philippinisch-australischen Freundin Arianne Caoili, einer Studentin für Internationale Beziehungen. Wie Schach Magazin 64 berichtet, entdeckte Arianne ihre Begeisterung fürs Schach wieder, nachdem ihr Freund öffentlich einige humoristische Bemerkungen zum Frauenschach fallen ließ. Da wollte sie's ihm zeigen.

Vorher war die bildhübsche junge Frau ins Finale der australischen Fernsehshow Dancing with the Stars vorgedrungen, nun büffelte sie wieder Eröffnungstheorie. Mit Erfolg. Beim Zonenturnier Ozeaniens zur WM zog sie weitgehend die Aufmerksamkeit der Medien auf sich, und die gleichzeitig spielenden Männer standen ganz in ihrem Schatten. Schließlich siegte Arianne mit überragenden acht Punkten aus neun Partien.

Mit welch durchschlagender Kombination erzwang sie als Schwarze gegen Sue Maroroa ein Matt in drei Zügen?

Lösung aus Nr. 46:
Mit welchem Opfer hätte Schwarz in drei Zügen mattsetzen können? Nach dem Damenopfer 1…Dxg3+! 2.Lxg3 Th1+ 3.Kf2 Sg4 ist es matt. Ein Reinfall wäre indes die Verführung 1…Dh1+ 2.Sxh1 Txh1+ 3.Kf2 Sg4+ gewesen, weil nun der König mit 4.Kg3 siegreich entfleucht