Geburtstagsparty im Internet: fünf Jahre Firefox! Mancher Surfer zündet dankbar eine Kerze an. Am 9. November 2004 konnte man die erste Vollversion des Programms herunterladen, kostenlos. Seitdem ist der Browser immer beliebter geworden. Heute wird nur noch Microsofts Internet Explorer häufiger genutzt als der "feurige Fuchs", dessen Name auf die wörtliche Übersetzung des chinesischen Wortes für Rotfuchs zurückgeht.

Allerdings kann sich das auch schnell wieder ändern. Dem Vorgänger von Firefox, Netscape, ging es unerwartet an den Kragen. Mitte der neunziger Jahre lag der Marktanteil von Netscape noch bei 80 Prozent. Dann machte Microsoft dem Programm den Garaus. Bill Gates hatte in seiner grenzenlosen Wohltätigkeit mit jedem Windows-Betriebssystem auch den Internet Explorer installieren lassen. Warum sollte man da noch ein anderes Programm nutzen? Ende 2002, nach nur acht Jahren, war Netscape tot.

Zuvor aber, 1998, als alles noch gut lief, hatte man zur Weiterentwicklung von Netscape eine Firma mit dem Namen Mozilla gegründet. Als es mit Netscape zu Ende ging, wurde sie in eine gemeinnützige Stiftung umgewandelt. Mozilla hat nicht nur Firefox als frei zugängliches Open-Source-Programm entwickelt, sondern kümmert sich auch um die Pflege des Browsers und verschiedener anderer Programme wie des Mailprogramms Thunderbird und des Kalenderprogramms Sunbird. Heute lebt die Stiftung vor allem von dem Geld, das Google aus Mountain View überweist. Der Eingabeschlitz rechts oben in Firefox ist auf Google voreingestellt. Gibt der Nutzer ein Suchwort ein, klingelt die Mozilla-Kasse, und Google muss zahlen.

Die Verbindung zu Netscape sollte ursprünglich im Namen erkennbar werden. Firefox hieß zunächst Phoenix – der Feuervogel, der sich aus der Asche von Netscape erhebt. Doch Phoenix war als Marke bereits vergeben. Im Rückblick erscheint die Reminiszenz an Netscape als pure Nostalgie. Denn der Browser aus dem letzten Jahrtausend hatte ja auch noch Navigator geheißen. Im Logo befand sich das Steuerrad eines Schiffs, das versprach, jeden Ort der Welt anlaufen zu können. In der Seefahrt jedoch, so schön sie ist, geht es nur langsam voran. Im Netz ist Geschwindigkeit das A und O, auch wenn einem manchmal Hören und Sehen vergeht bei all dem rasenden Geblinke und Geflimmere. Gerade in Deutschland ist das "Brausen" auf der Datenautobahn ein "Must".

Weil der kleine Feuerfuchs gegen den großen und wackeligen Explorer antrat, schlug ihm viel Sympathie entgegen. Apples Browser Safari ist auch flink und belastbar, anfangs lief er aber nur auf dem Mac, was ihn Marktanteile kostete. Heute gibt es Opera, iCab und Googles Chrome. Mögen sie im Sinne der Vielfalt alle wachsen und gedeihen!