Man muss Roland Koch dankbar sein. Der hessische Ministerpräsident hat mit seinem angekündigten Anschlag auf die Rundfunkfreiheit Schwachstellen des öffentlich-rechtlichen Systems sichtbar gemacht. Und das war bitter nötig. Lange genug wurde im Verborgenen gekungelt. Dank Koch könnte es an diesem Freitag erstmals dazu kommen, dass eine von der CDU geführte Mehrheit im ZDF-Verwaltungsrat einen Chefredakteur des Zweiten Deutschen Fernsehens absägt. Einen, der das Vertrauen seines Intendanten hat.
Das Problem ist nicht, dass Koch den Chefredakteur Nikolaus Brender lieber heute als morgen absetzen würde und das in einem Interview auch so sagte. Mächtige Politiker müssen mächtige Journalisten nicht lieb haben – und umgekehrt. Das Problem ist, dass es in der Macht des Politikers steht, seinen Willen durchzusetzen.