Stell dir vor, es ist Demokratie und keiner geht hin. Jetzt schließen sich bereits die Politiker der wachsenden Schar der Nichtwähler an. Es sieht derzeit so aus, dass sich bei der Wahl zum Obersten Grüß-Gott-August niemand als Gegenkandidat zu dem amtierenden Staatsoberhaupt zur Verfügung stellen will. Aus Kostengründen, wie es heißt, und weil jedermann ohnehin chancenlos wäre. Das, obwohl die Qualifikationen, die für diesen Job verlangt werden, nicht besonders anspruchsvoll sind. Man muss die Heimat lieben, wandern können und in der Lage sein, mit einem milden Lächeln auf den Lippen bunte Bänder zu durchschneiden. Offenbar sah sich aber nicht einmal Erwin Pröll dazu befähigt.

Somit hat das Volk die, darf man’s noch Wahl nennen, zwischen Fischer und dem Nichts. Ein Novum, denn bisher trug das inhaltliche Nichts bei Wahlen zumindest einen Namen. Spannend wird es, sollte sich eine Mehrheit für Nichts entscheiden. Im Gegensatz zum Nichtwählen wäre Nichts zu wählen ein demokratischer Akt. Wenn Nichts regiert und nichts verspricht, dann wäre die Zeit der gebrochenen Wahlversprechen endlich vorüber. Sollte aber auch Heinz Fischer nun nicht antreten, wie er es kurz erwogen hat, dann hätte man die Wahl zwischen zweimal Nichts. Diese Wahlmöglichkeit wäre ohne Gesicht. Dadurch würde die Plakatwerbung ebenso ausfallen wie alle Fernsehdiskussionen. Ein extrem billiger Wahlkampf also, mit nur einem kleinen Nachteil für das Volk: Über nichts zu schimpfen macht irgendwie keinen Spaß.