Nichts ist so frustrierend wie in Hamburg eine neue Bleibe zu suchen. Die Bewerber stehen hier schon Schlange, wenn eine "Wohnung im Grünen" zu besichtigen ist, in deren Nähe das einzig Grüne eine stinkende Gassi-Zone neben dem Spielplatz ist. "Individualisten-Apartments mit guter Verkehrsanbindung" entpuppen sich regelmäßig als Ruinen mit Ausblick auf die A7. Und von den wenigen wirklich tollen Wohnungen erfährt man erst, wenn man zur Einweihungsparty eingeladen wird. Wäre es nicht schön, man könnte durch ein Viertel spazieren, und überall, wo bald jemand auszieht, hingen riesige Transparente an den Häusern?

Ausprobiert – jede Woche eine technische Errungenschaft im Alltagstest © Getty Images

Das wird wohl so schnell nicht passieren, zumindest nicht in der Wirklichkeit. Das Handy-Programm Layar erfüllt den Wunsch immerhin mit virtuellen Plakaten. Man aktiviert dazu die Kamera seines Handys und richtet es auf eine Hauswand, sodass die Fassade im Display erscheint. Layar fragt nun Wohnbörsen im Internet ab, ob an dieser Adresse etwas frei ist. Das klingt nach Zauberei, beruht aber auf simpler Technik: Viele Handys können heute dank GPS-Empfänger und Kompass feststellen, wo sie gerade sind und in welche Himmelsrichtung sie gehalten werden. Die Adresse ermitteln sie dann mithilfe von Onlinekartendiensten.

Das hilft nicht nur bei der Suche nach einem neuen Zuhause: Layar zapft mehr als 200 unterschiedliche Datenbanken an – und überlagert am Display auch Restaurantfassaden mit Bewertungen oder Sehenswürdigkeiten mit Wikipedia-Einträgen. Man kann sogar abrufen, wer in unmittelbarer Umgebung gerade etwas twittert. Auch das ist hilfreich bei der Wohnungssuche: Wer will schon einen Nachbarn haben, der schreibt: "Morgen Stepptanz-Party bei mir! Wie jeden Samstag!"?