Kleine Reform bei der Lebensgeschichte: Künftig wird es hier nicht nur um Persönlichkeiten gehen, die schon verstorben sind. Ab und zu sollen auch lebende Persönlichkeiten verschlüsselt werden – und wir fangen gleich heute damit an.

Diesmal also fragen wir nach einem sogenannten Superpromi. Weshalb wir auch nicht verraten dürfen, womit genau er so berühmt wurde, denn dann wäre er kinderleicht zu erraten. Weil fast jedes Kind auf der Welt seinen Namen kennt.

Das wäre sicher anders, hätte er vor langer Zeit den Beruf ergriffen, von dem er als Schüler träumte, wie er in einem Interview verriet: "Ich wäre gerne Physiker geworden, um mehr über unser Sonnensystem zu erfahren. Dass wir mit 900.000 Stundenkilometern durch das Weltall sausen, kann man sich nicht vorstellen. Das ist phänomenal! Da sieht man mal, wie klein wir sind." Hinter einem solchen Satz verbirgt sich ein gottesfürchtiger Blick auf die Schöpfung, und daraus hat er nie einen Hehl gemacht. Er verehre Jesus und den Papst und glaube sogar an Seelenwanderung: "Meine erste Wahrsagerin hat mir mal gesagt, ich sei eine alte Seele. Wahrscheinlich bin ich früher als Winnetou durch die Prärie geritten."

Wenn man ihn heute sieht, mag man sich das durchaus vorstellen. Schließlich ist er auch im nahenden Rentenalter noch attraktiv, schlank, sportlich, dazu elegant gekleidet. Ein Weltbürger.

Dabei stammte er aus bescheidenen Verhältnissen. In einem Arbeiterviertel wuchs er auf, der Vater war bei der Post. Doch weil die Eltern sein Talent erkannten, spielte er schon früh vorne mit. Bereits mit zwanzig Jahren hatte er seine Berufung gefunden, ein Jahr später gelang ihm der Sprung an die Spitze, die er nicht mehr verließ.

Und als man gerade dachte, da könne nichts Neues mehr kommen, fädelte er etwas ein, wofür ihm viele Leute im Nachhinein die Füße küssen wollten (um es mal bildhaft zu formulieren). Auch privat fand er, nach mehreren Ehen und Beziehungen, einen späten Neuanfang, wurde sogar nochmals glücklicher Vater: "Wenn ich aufstehe, meinen Sohn im Arm habe, das ist wie im Paradies."

Hat der Mensch denn niemals Pech gehabt im Leben, Verluste oder Rückschläge erlitten? Lange wirkte es so, bis zu jenem Schreckenstag, dessen Bilder sich ins kollektive Gedächtnis brannten. Ausgerechnet sein Geburtstag! Man kann sich vorstellen, dass ihm die Feierlaune dieses eine Mal gänzlich verdorben war.

Ach ja, und dann gibt’s auch ein paar Berufsspötter, die nehmen ihn ganz gern ein wenig auf die Schippe. Weil er so Sätze sagt wie: "Die Schweden sind keine Holländer." Ihm selber, gibt er zu, sei das zuweilen auch peinlich: "Eine Stunde später habe ich gedacht: Was hast du da wieder für einen Blödsinn erzählt?" Doch ansonsten trübe herzlich wenig seinen Tag: "Was ich mache, mache ich mit Freude. Abends trinke ich ein Glas Wein, rauche eine Zigarre und blicke zurück auf einen schönen Tag." Klingt gemütlich. Wer ist's?

Lösung aus Nr. 49:
Der dritte Präsident und bedeutendste Staatstheoretiker der USA, Thomas Jefferson (1743 bis 1826), wuchs in Virginia nahe Charlottesville auf. Mit dem Bau seines berühmten Wohnsitzes Monticello begann er 1769. 1774 zum Vertreter Virginias in den Kontinentalkongress gewählt, war die Unabhängigkeitserklärung von 1776 vor allem sein Werk. Bis 1783 wirkte er als Politiker in Virginia, von 1784 bis Herbst 1789 vertrat er die USA in Frankreich. Nach Jahren als Innenminister George Washingtons und als Vizepräsident war er von 1801 bis 1809 Präsident. 1803 erwarb er Louisiana von Napoleon. Von 1817 bis 1825 entstand "seine" Universität in Charlottesville