So mancher Autobesitzer kutschiert sein Prachtstück vor allem freudlos durch den täglichen Berufsverkehr. Da sehnt man sich danach, auf freier Strecke mal richtig Gas zu geben – und wäre es nicht schön, wenn man das dem schlechten Ökogewissen gegenüber als "Motorpflege" rechtfertigen könnte?

Wird ein Auto nur für Kurzstrecken (unter zwei Kilometern) benutzt, so wird der Motor nicht richtig warm, es kann sich Kondenswasser im Öl und in der Auspuffanlage bilden, bei modernen Dieselfahrzeugen kann der Partikelfilter verstopfen. Letztere fordern daher vom Fahrer auch eine "Reinigungsfahrt". Das bedeutet aber nicht Vollgas, sondern eine Viertelstunde bei Tempo 60 bis 80. 

Für weitere Artikel zur Serie "Stimmt's?" klicken Sie auf dieses Bild. © Jeff J. Mitchell/Getty Images

Und Besitzern von Benzinern möchte Arnulf Thiemel, Technikexperte beim ADAC, zum "Ausfahren" nicht raten. Schon deshalb, weil er nicht dem sinnlosen Kraftstoffverbrauch das Wort reden will. Zudem würde ein Fahrer, der den kalten Motor seines Wagens auf der Autobahn hochjubelt, mehr Schaden als Nutzen anrichten.

Besser sei es, sich die Tipps für Kurzstreckenverkehr in der Betriebsanleitung durchzulesen und gegebenenfalls früher zur Inspektion zu fahren.  

Die Adressen für "Stimmt’s"-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg, oder stimmts@zeit.de

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio