ZEITmagazin: Lesen Sie?

Allen: Nicht viel. Wegen meiner Brille hält man mich für einen Intellektuellen, der darauf brennt, nach Feierabend Kierkegaard zu lesen oder Bleistiftnotizen in Aufsätze über Hegel zu schreiben. Das ist aber ein Irrtum. Mein erstes Buch las ich mit achtzehn. Und zwar nur, um die Mädchen zu beeindrucken. Ich war ein guter Sportler, aber das glaubt mir niemand.

ZEITmagazin: Manche Dinge kann man sich bei Ihnen einfach nicht vorstellen. Haben Sie schon mal etwas gebügelt? 

Allen: In den frühen Siebzigern gab es ein, zwei Versuche, ein Hemd zu bügeln.

ZEITmagazin: Haben Sie schon mal gegoogelt?

Allen: Ich habe keinen Computer. Meine Töchter haben welche, aber ich habe keine richtige Vorstellung von so einem Ding. Es interessiert mich auch nicht.

ZEITmagazin: Wie schreiben Sie?

Allen: Auf einer alten Schreibmaschine. Ich kann aber nicht das Farbband wechseln. Früher habe ich hin und wieder einen Freund zum Abendessen eingeladen, der das konnte. Am Ende des Abends sagte ich wie nebenbei: "Ach, wo du gerade hier bist, kannst du mir noch das Farbband wechseln?"

ZEITmagazin: Haben Sie sich dem technischen Fortschritt schon immer verweigert?

Allen: Ich habe mich noch nie für den technischen Fortschritt interessiert. Er langweilt mich. Ich liebe Musik, habe aber keine teure Hi-Fi-Anlage. Ich mag alte Platten, lege sie auf einen alten Plattenspieler und freue mich, wenn die Nadel die Rille trifft und ein guter Sound herauskommt. Mehr brauche ich nicht. Ich brauche keine Maschine, die ein Album 48 Stunden am Stück spielen kann. 

ZEITmagazin: Sind Sie konservativ oder einfach zu faul, um etwas Neues zu lernen?

Allen: Ich habe einfach kein Interesse daran, etwas Neues zu lernen.  

ZEITmagazin: Mögen Sie Traditionen? Feiern Sie mit Ihrer Familie Weihnachten?

Allen: Nicht im religiösen Sinne. Aber es gibt einen Baum und Geschenke für die Kinder.

ZEITmagazin: Wer kauft den Baum?

Allen: Meine Frau sucht ihn aus und lässt ihn liefern.