Am 30. März 1928 beschloss der Reichstag gegen die Stimmen von SPD und KPD das Bauprogramm, an die zehn Millionen Mark wurden bewilligt. Im Wahlkampf kurz darauf brach ein Proteststurm los: "Kinderspeisung statt Panzerkreuzer!" Mit den Kommunisten gingen auch die Sozialdemokraten auf die Straße und sammelten erfolgreich Wählerstimmen. In der Großen Koalition unter Reichskanzler Hermann Müller (SPD) indes konnten sie sich nicht durchsetzen und brachen so zur großen Empörung der Kommunisten ihr Wahlversprechen. Aber auch das von der KPD initiierte Volksbegehren blieb ohne durchschlagenden Erfolg.

Die Neubauten – nach dem ersten Schiff, der Deutschland, hieß die Serie die Deutschland-Klasse – sollten bei einer Länge von 185 Metern das Deplacement von 10.000 Tonnen kaum überschreiten, durch eine neuartige Dieselmotoranlage riesige Reichweiten bekommen, mit über 55.000 PS und zwei 28-Zentimeter-Drillingsgeschütztürmen "schneller als stärkere und stärker als schnellere" Kampfschiffe sein. Dazu kamen acht 15-Zentimeter-Geschütze, acht Torpedorohre und die opulente Flakbewaffnung. Zwischen Schlachtschiff und Kreuzer einzuordnen, nannte man sie "Panzerschiffe", obschon es damit aus Gewichtsgründen nicht weit her sein konnte. 

Das dritte der auf sechs Schiffe geplanten Baureihe wird am 1. Oktober 1932 in der Reichsmarinewerft Wilhelmshaven auf Kiel gelegt, Stapellauf der Admiral Graf Spee ist am 30. Juni 1934. Feierlich getauft auf den Namen des Admirals, der im Dezember 1914 mit seinen beiden Söhnen und über 2200 weiteren Seesoldaten in einem Gefecht mit den Briten bei den Falklandinseln unterging. Das modernste Kriegsschiff der deutschen Marine, am 6. Januar 1936 offiziell in Dienst gestellt, sticht zu Erprobungs- und Repräsentationsfahrten in See.

Hans Langsdorff wird im Oktober 1938 ihr dritter Kommandant. Er führt die Spee zur "Heimholung des Memellandes" im März 1939 in die Ostsee und geleitet kurz darauf die auf Dampfern der NS-Tourismusorganisation "Kraft durch Freude" von ihrem Einsatz im Spanischen Bürgerkrieg zurückkehrende Legion Condor nach Hamburg.  

Hans Langsdorff war – nicht gerade zur Freude seiner Familie, man wurde Pfarrer oder Richter – 1912 als 18-Jähriger an die Kieler Marineakademie gegangen, hatte 1916 als Leutnant auf dem Linienschiff Großer Kurfürst die Skagerrakschlacht und auf Minensuchern den Rest des Krieges überlebt. In den zwanziger Jahren befehligte er eine Halbflottille Torpedoboote und wurde bald in Stabsbüros abkommandiert. Von 1936 bis 1938 war er 1. Admiralstabsoffizier von Hermann Boehm, dem Kommandeur der im Spanischen Bürgerkrieg eingesetzten Seestreitkräfte. "Langsdorff war für mich ein Mensch, der humanistische Bildung besaß und der sich ein bisschen unterschied von dem Bild, das man von einem Offizier der kaiserlichen Marine hatte", erinnerte sich 2005 sein Adjutant, Korvettenkapitän Kurt Diggins, in einem BBC-Interview.

Mehr als drei Wochen nach Beginn des Zweiten Weltkrieges, am 26. September 1939, erhält Langsdorff Befehl zur Aufnahme seines Kaperkrieges gegen britische Handelsschiffe im Südatlantik. Er ist erfolgreich. Unter peinlicher Beachtung der internationalen Prisenordnung bringt die Admiral Graf Spee, unterstützt nur von dem Versorgungsschiff Altmark (mit dem sie sich in mehrwöchigen Abständen trifft), zwischen dem 30. September und dem 7. Dezember neun britische Frachter auf, nimmt deren Besatzungen gefangen und beschlagnahmt von ihren Ladungen, was unmittelbar zu gebrauchen ist. Es gibt kein einziges Todesopfer. Durch ständige Änderung von Namen und Aussehen seines Schiffes macht Langsdorff seine Gegner glauben, nicht nur ein deutscher "Handelsstörer" operiere im Südatlantik, sondern gleich eine ganze Gruppe. So bindet er eine wachsende Zahl von gegnerischen Kriegsschiffen und Flugzeugen fern ihrer heimatlichen Küsten.