Vor Kurzem trugen die ehemaligen Weltmeister Garri Kasparow und Anatolij Karpow in Valencia ein Nostalgie-Match mit Schnell- und Blitzpartien aus, welches Kasparow klar mit 9:3 gewann – 25 Jahre nach ihrem ersten WM-Wettkampf. Mehr als 150 Mal hatten sich die beiden in Turnierpartien gegenübergesessen, von 1984 bis 1990 trugen sie fünf WM-Kämpfe gegeneinander aus. Auf dem Brett und jenseits desselben befehdeten sie sich erbittert, der Günstling der sowjetischen Nomenklatura Karpow und der junge, aus Aserbajdschan stammende Rebell Kasparow.

Heute aber gehen die einstigen Feinde freundschaftlich miteinander um. Bei der Eröffnung des Wettkampfs in Valencia (der Wiege des modernen Schachs, weil dort im ausgehenden Mittelalter unsere heutige Dame ins Spiel kam) bedankte sich Kasparow sogar ausdrücklich bei Karpow dafür, dass dieser ihn im Gefängnis besucht habe, als er wegen seiner Proteste gegen Putin inhaftiert war.

Und obwohl er schon vor Jahren von der offiziellen Schachbühne Abschied genommen hat, um sich dem Kampf gegen Putin zu widmen: Verlernt hat Kasparow kaum etwas, wie auch seine herrliche Kombination in der zweiten Schnellschachpartie zeigte. Karpow als Schwarzer hoffte jetzt auf 1.Sxc5 bxc5 2.Txc5 a4 mit trotz des Bauern weniger wohl haltbarer Stellung; stattdessen ereilte ihn ein Kasparowscher Blitzüberfall. Wie kams?

Lösung aus Nr. 50
Welcher verwegene Sprung gewann für Weiß? Nach dem Springeropfer 1.Sg2! gab Schwarz schon auf. Nimmt der König den Springer, läuft der h-Bauer mit Siebenmeilenstiefeln zu einer neuen Dame. Nimmt er aber den Bauern 1…Kxh3, so folgt das nächste Springeropfer 2.Sf4+! Sxf4 3.Kxa7, und der weggelockte Gaul kommt nicht mehr rechtzeitig, um die Verwandlung des aBauern zu verhindern. Verkneift sich der schwarze Monarch jedoch jeglichen Hunger, so rettet sich der h-Bauer nach h4, gedeckt vom Springer g2, und die Partie nimmt ein prosaisches Ende