Die andere Hälfte der Feldgendarmerieabteilung wurde durch die Wehrmacht gestellt. In Angleichung an den Polizeidienst wurden hier an die Rekruten spezielle Anforderungen gestellt. Verlangt wurde die "unbedingte politische Zuverlässigkeit", dabei sollten "strenge Maßstäbe" angelegt werden; alle angehenden Feldgendarmen sollten die Eignung zum Unteroffizier bereits erwiesen haben, freiwillige Meldungen waren zu bevorzugen.

Angesichts dieser elitären Ausrichtung überrascht es auch nicht, dass sich für den Dienst in der Feldgendarmerie junge Akademiker mit ausgeprägter nationalsozialistischer Orientierung bewarben. So finden sich in den Reihen der Feldgendarmerieabteilung 683 auch der spätere Direktor eines Goethe-Instituts, ein angehender Opernsänger und ein Goldmedaillengewinner im Turnen bei den Olympischen Spielen von 1936.

Die Abteilung wird zunächst in Frankreich eingesetzt, im September 1940 erfolgt die Verlegung nach Krakau. Dort ist Eggebrecht nur sehr kurz, ihm wird im November Studienurlaub gewährt, er kann ein Semester an der Berliner Universität verbringen. Im April 1941 wird die Feldgendarmerieabteilung in die rumänische Kleinstadt Targu Frumos verlegt, wo Eggebrecht zu seiner Einheit zurückkehrt.

Die Feldgendarmerieabteilung gehört hier zur 11. Armee, die im verbündeten Rumänien zum Angriff auf die Sowjetunion stationiert ist. Die Feldgendarmen sind als mobile und schnell einsetzbare Truppe für unterschiedliche Sicherungsaufgaben direkt dem Oberkommando der Armee zugeordnet. Ebenfalls in Targu Frumos stationiert war eine Einsatzgruppe der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes (SD), welche direkt dem Reichssicherheitshauptamt unterstand. Der 11. Armee war die Einsatzgruppe D unter dem Kommando von Otto Ohlendorf und seinem Adjutanten Heinz Schubert zugeteilt. Die Zusammenarbeit dieser beiden Verbände, somit die Kooperation von SS und Wehrmacht, sollte von wesentlicher Bedeutung sein für die Ermordung der Juden im Rückraum der 11. Armee.