Am 30. Juni 1941, also sieben Tage nach Beginn des Angriffs, wurde die Feldgendarmerieabteilung in Marsch gesetzt und folgte mit entsprechendem Abstand den Kampftruppen der 11. Armee. Ziel dieser Operationen war die Eroberung der Halbinsel Krim. Am 14. November 1941 erreichte die Einheit Simferopol. Zwei Kompanien der Feldgendarmerie, inzwischen zusammengeschrumpft auf rund 150 Mann, verblieben in Simferopol. Hans Heinrich Eggebrecht gehörte der 2. Kompanie an, deren Quartier sich in Simferopol befand, in der Rosa-Luxemburg-Straße 2, einem Gebäude des sowjetischen NKWD mitten im Zentrum der Stadt.

Die Wehrmacht begann in Simferopol sofort mit der wirtschaftlichen Ausplünderung der Juden, gleichzeitig wurde ihnen das Einkaufen auf öffentlichen Märkten verboten, eine Maßnahme, die die Feldgendarmerie durchsetzte. Dass die jüdische Bevölkerung hungern musste, war für die Wehrmacht eine Selbstverständlichkeit. Zu diesem Zeitpunkt stand für die Militärverwaltung bereits fest, dass sämtliche Juden in Simferopol binnen kurzer Frist durch die Einsatzgruppe D exekutiert werden sollten. Dazu kam es jedoch nicht in der geplanten Weise, da die Einsatzgruppe lediglich mit circa 80 Mann in Simferopol vertreten war und über keine ausreichenden Transportmöglichkeiten verfügte.

Treibende Kraft für die Ermordung der Juden war schließlich der Oberquartiermeister der 11. Armee, Friedrich Wilhelm Hauck, der sich mit Otto Ohlendorf auf eine gemeinsame Aktion von Wehrmacht und Einsatzgruppe verständigte. Dazu wurden auf Anweisung Haucks insbesondere die beiden Kompanien der Feldgendarmerie eingesetzt, die vollzählig antraten. Es kam weder zu Befelsverweigerungen noch zu Krankmeldungen.

Die Feldgendarmen wurden bei diesem Massenmord an verschiedenen Stellen eingesetzt, sie bewachten das Zusammentreiben und Verladen der Opfer in der Stadt, organisierten die Lkw-Fahrten und bildeten Absperrketten an der Hinrichtungsstätte. Hans Heinrich Eggebrecht stand dabei an mindestens einem Tag im sogenannten Spalier, durch das die Opfer unmittelbar vor ihrer Ermordung getrieben wurden. Dies geschah unter extrem gewalttätigen Umständen: Mit Peitschen und Eisenstangen wurde auf die Juden eingeschlagen, die Feldgendarmerie setzte auch Schäferhunde ein. Wer zu fliehen versuchte oder Widerstand leistete, wurde noch im Spalier getötet.