Dass das geht, zeigt Cadbury, mit sieben Prozent Weltmarktanteil einer der größeren Produzenten von Schokolade. Seit diesem Jahr arbeitet das britische Unternehmen mit der Fairtrade Foundation zusammen, investiert 45 Millionen Pfund in Kakaoplantagen in Ghana, wo Qualitätskontrollen bis ins Dorf möglich sind. Das Fairtrade-Logo bürgt dafür. Auch Lindt & Sprüngli bezieht das Rohprodukt seit 2009 allein aus Ghana. In Deutschland engagiert sich Ritter Sport seit 20 Jahren in Nicaragua und verarbeitet vor allem in seinen Bio-Varianten Kakaobohnen, die, bestätigt durch den Deutschen Entwicklungsdienst, unter menschenwürdigen Bedingungen erzeugt wurden. "Wir garantieren einen Mindestpreis, der deutlich höher als der Weltmarktpreis liegt", versichert Alfred Ritter.

Tatsächlich fragen immer mehr deutsche Verbraucher nach fair gehandelten Produkten. Die Organisation TransFair registrierte bei kakaohaltigen Süßwaren 2008 ein Umsatzplus von fünf Prozent. Die ethisch korrekte Schokolade von Firmen wie BioArt, Maestrani, Rapunzel, Wertform, Zotter oder Fairglobe ist im Eine-Welt-Laden, im Naturkosthandel oder auch in den speziellen Regalen im Supermarkt zu finden. TransFair, Gepa oder El Puente garantieren mit ihren Labels, dass die Kakaoplantagen regelmäßig von unabhängigen Prüfern kontrolliert werden, Kinderarbeit also ausgeschlossen ist. Der Fairtrade-Mindestpreis beträgt rund 1600 Dollar je Tonne Rohware. "Liegt der Weltmarktpreis darüber, bekommen die Bauern den höheren Preis ausbezahlt", so eine Sprecherin von TransFair. Zudem nehmen die Organisationen auch festgelegte Mengen an Kakao ab, die Kleinbauern in Ghana und in Lateinamerika sind damit unabhängig von Schwankungen auf dem Weltmarkt. Indes macht fair gehandelter Kakao weniger als 0,1 Prozent der gesamten Kakaoproduktion aus.