Es gibt nichts Gutes, außer man tut es, sagt Erich Kästner . Doch wer Gutes tut, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Der zeitgemäße Zeitgenosse wappnet sich mit Sarkasmus und Zynismus gegen die Regungen des Herzens, er nennt jene, die philanthropisch dem Guten eine Gasse bahnen, verächtlich "Gutmenschen".
Henryk M. Broder , der zuweilen begnadete, zuweilen bloß routinierte Polemiker, erzählte kürzlich in einem Interview von einem Freund aus früheren Tagen, mit dem er sich irgendwann entzweite: "Was unsere Freundschaft ruiniert hat, war, dass er der DKP beitrat, ein Gutmensch wurde und sein Leben den Unterdrückten der Dritten Welt widmete." Das ist wieder mal sehr witzig. Aber was ist daran witzig?