Der 4. Januar 1960 ist ein grauer, regnerischer Montag. Der Himmel hängt wie ein klammer weißer Handschuh dicht über der Erde. Seit einem Jahr lebt Albert Camus in der Grande Rue de l’Église in Lourmarin. Ein Haus auf dem Land! Sein Traum seit vielen Jahren. Ein Stück eigenes Leben, irgendwo in Algerien oder in der Provence.

Davon hat er schon als 18-Jähriger geschwärmt. Er musste erst Nobelpreisträger werden, um es endlich zu bekommen. Das Landhaus in Lourmarin, nicht weit vom Haus seines Freundes, des großen französischen Dichters René Char, liegt im Vaucluse, 59 Kilometer von Avignon entfernt. Es ist sein Rückzugsort, sein Miniaturgriechenland oder einfach "die schönste Gegend der Welt".

Von der Terrasse seines Hauses aus sieht er auf die Zypressen des Dorffriedhofs. Hier sitzt er seit ein paar Monaten allein in seinem Arbeitszimmer im ersten Stock und schreibt an seinem Roman Der erste Mensch . Nach Paris möchte er nicht zurück. Aber er leidet unter der Einsamkeit. Der kleine Esel im Stall vor dem Haus ist seine einzige Gesellschaft. Außer zum Mittagessen im Hotel Ollier sieht der Schriftsteller niemand.

Seit Tagen starrt er auf die zunehmend kahle Landschaft vor seinem Fenster und auf das weiße Blatt auf seinem Tisch. Wenn ihn Freunde besuchen, klagt er: "Ich habe erst ein Drittel meines Werks geschrieben. Eigentlich fängt es mit diesem Buch erst an."

Er ist 46 Jahre alt und bildet sich ein, erst jetzt auf dem Land in Lourmarin zu einer Wahrheit in seinem Leben zu finden und zuvor in Algier, in Oran, in Lyon, in Paris in einer Art Lüge gelebt zu haben. Er atmet freier, erwähnt in seinen sonst so spröden Tagebüchern die wunderbaren, von Regenwasser beschwerten Rosen im Garten, den Rosmarin und die Schwertlilien.

Soll er jetzt tatsächlich ins Pariser Panthéon umgebettet werden?

Soll er jetzt tatsächlich ins Pariser Panthéon umgebettet werden?

In den Weihnachtsferien haben ihn seine Frau Francine und die Zwillinge besucht. Den Jahreswechsel feierte die Familie mit den Verlegerfreunden Michel und Janine Gallimard und deren Tochter Anne in Lourmarin. Seinen drei Geliebten Mi, Maria und Catherine schrieb Camus beinahe gleich lautende Silvestergrüße, nannte die erste meine "Inniggeliebte, meine Glühende, mein Mädchen", die zweite "meine Herrliche", die dritte "meine Liebe" und stellte allen dreien ein Stelldichein in wenigen Tagen in Paris in Aussicht.

Michel Gallimard hat sich vor Kurzem einen neuen dunkelgrünen Facel Véga zugelegt, einen handgefertigten Reisesportwagen, der mit seinen 360 PS und seinem amerikanischen Design alles übertrifft, was man sich in den fünfziger Jahren an Eleganz auf vier Rädern vorstellen kann. Dem Facel und seinem Freund Michel zuliebe lässt Camus seine Zugkarte nach Paris verfallen und nimmt an diesem grauen Montagmorgen auf dem Beifahrersitz Platz. Michel Gallimard ist am Steuer. Janine und Anne Gallimard teilen sich die enge Rückbank mit dem Hund Floc.

Am 4. Januar 1960 kam Albert Camus bei einem Autounfall in Villeblevin als Beifahrer ums Leben. Der Wagen wurde komplett zerstört

Gegen 14 Uhr erreichen sie Villeblevin, eine kleine Stadt an der Nationalstraße 6. Die Route nationale ist in Villeblevin ungefähr neun Meter breit, die beiden Seiten der Fahrbahn sind von Platanen dicht gesäumt. Der Nieselregen überdeckt die Chaussee mit einer Schmierschicht. Wahrscheinlich ist ein Reifen geplatzt.

Ein Lastwagenfahrer, an dem Michel Gallimard mit 150 Stundenkilometern vorbeigezogen war, sagte aus, der Wagen habe Walzer getanzt. Der Facel prallt gegen eine Platane, wird in die Luft geschleudert und zerschellt an einer zweiten. Camus ist sofort tot. Michel stirbt zehn Tage später. Die Frauen auf der Rückbank überleben nahezu unverletzt. Der Hund bleibt verschwunden.

Zwei Tage später, am Dreikönigstag, ist Camus wieder in seinem Haus in Lourmarin. In einem schlichten Eichensarg. Sein Freund René Char und sein alter Lehrer Jean Grenier halten die Totenwache. Man trägt ihn direkt von seinem Haus auf den gegenüberliegenden Friedhof. Kein Geistlicher hat ihn begleitet.

Seit 50 Jahren liegt er hier unter einem schlichten Stein

Seit 50 Jahren liegt er hier unter einem schlichten Stein. Zu seiner Rechten ruht sich inzwischen auch Francine Camus von ihren Leiden an all den Mis, Catherines und Marias aus. Zu seiner Linken liegt die Familie Juliens, gefolgt von den Ehrenlegionären Nahmias, Cascail und Mourad nebst Gemahlin. Zu seinen Häupten blinzelt Monsieur Pettavino mit den listigen Mäuseaugen der Bergbewohner ein wenig aufgeschreckt von dem Emaillebildchen auf seinem Grabstein herüber.

Wenn es nach dem Willen des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy geht, soll Camus diese illustre Gesellschaft bald verlassen und sich an seinem 50. Todestag wieder von Lourmarin auf die Reise nach Paris machen, um den Rest der Ewigkeit im Panthéon neben Voltaire, Zola, Rousseau, Hugo, Malraux und Dumas zu verbringen.

Camus soll "panthonisiert" werden . So heißt das in Frankreich , wo sich in den Feuilletons sogleich eine heftige Debatte entzündet hat, ob man dem großen Toten, dessen Liebe das Licht und das Mittelmeer waren, mit derartigen Ehren posthum staatliche Gewalt antut. Fest steht, dass Camus in Lourmarin begraben werden wollte. "Mir gefällt, dass ich endlich den Friedhof gefunden habe, wo man mich begraben wird. Dort werde ich gut liegen", soll er noch im letzten Lebensjahr zu Francine gesagt haben.

Das kleine Drama um den Körper des toten Dichters – gehört er ins Zentrum der Macht, der Politik, der Eleganz und des Esprits, oder gehört er in die Sonne, zu den Steinen, dem Rosmarin und den kleinen Leuten des Südens? – wiederholt noch einmal das große Drama seines kurzen Lebens. Wer ist er? Wohin gehört er? Wozu war er auf dieser Welt?

Camus liebte den Süden

Berühmt sind die zehn Worte, die Camus für die wichtigsten seines Lebens hielt: die Welt, der Schmerz, die Erde, die Mutter, die Menschen, die Wüste, die Ehre, das Elend, der Sommer, das Meer. Literatur ist nicht dabei, auch Geschichte, Ruhm, Frauen, Kampf und Erfolg fehlen, obwohl sie für ihn so wichtig waren. Jedenfalls in seiner zweiten, in seiner französischen Lebenshälfte.

In seiner ersten Lebenshälfte in Algerien ging es eher um die archaischen, die scheinbar überzeitlichen Wahrheiten der zehn Worte. Jeder Künstler, das glaubte er, besitzt "in seinem tiefsten Innern eine einzige Quelle, die sein Leben lang speist, was er ist und was er sagt". Diese Quelle ist in seinem Fall eine Himmelsrichtung. Es ist der Süden. Es ist das Mittelmeer, es ist Südfrankreich, es ist Italien , es ist Griechenland , und es ist seine Heimat Algerien.

Es gibt viele Ungerechtigkeiten auf der Welt, schrieb er in dem nachträglichen Vorwort zu seinem ersten, im Alter von 22 Jahren verfassten Buch Licht und Schatten, doch über eine Ungerechtigkeit werde viel zu wenig gesprochen, über die Ungerechtigkeit des Klimas. Für Deutschland hatte er deshalb wenig übrig, es sei düster, befand er, dunstig und ohne Charme, erbarmungslos und doch eigenartig anziehend.

Die Hitze und das Licht, das harte, elementare Licht Algeriens und Griechenlands und das sanfte, versöhnliche Licht Italiens und Frankreichs, sind nicht nur Wohlfühlindikatoren, es sind welterschließende Kräfte. Im Licht des Südens glaubt Camus die Welt noch einmal wie am ersten Tag sehen zu können, befreit vom Zellophanpapier, in das man in Europa alles Lebendige verpackt hat.

Der Süden ist eine Himmelsrichtung für den Wunsch, das Vorfabrizierte, das Gezwungene und Secondhandmäßige der Moderne aus höherer Notwendigkeit außer Kraft zu setzen. In seinem Licht und in seiner Stille sollen die von Politik und Kultur wie von zu starken Genussmitteln betäubten Sinne wieder erwachen.

Der Süden ist sein Gegengift zu Europa, das seinen Schönheitssinn der Maßlosigkeit geopfert hat, das nach Büro riecht und daran glaubt, sein Glück kaufen und in die Garage stellen zu können. In seinem vielleicht schönsten Buch Heimkehr nach Tipasa (auf Französisch einfach nur Été – Sommer – genannt) klagt er: "Wir erleben die Zeit der Großstädte. Freiwillig amputierte man der Welt, was ihre Dauer bewirkt: die Natur, das Meer, die Hügel, die Beschaulichkeit der Abende."

Sein Süden ist ein Mythos

Camus träumt den Traum vieler europäischer Intellektueller, die sich ein geopoetisches Arkadien höherer geistiger und natürlicher Einfachheit zusammenreimen, das sie aus der Komplexitätsfalle der Moderne und aus dem Hamsterrad des Materialismus erlöst. Sein Süden ist ein Mythos wie das alte Griechenland Schillers und Hölderlins. Das Arabien Rimbauds. Das Serbien Peter Handkes. Die Karpatendörfer Andrzej Stasiuks.

Man mag über die naive Geschichtsvergessenheit dieser Sehnsucht gelehrt den Kopf schütteln, wie Jean-Paul Sartre es in seinen Angriffen auf Camus heftig und seitenlang getan hat. Wie Handke es erfahren hat. Das elementare Glücksversprechen, das solche Sehnsuchtsorte enthalten, leuchtet trotzdem heller als alle Weihnachtsbäume in der Leopoldstraße oder auf den Champs-Élysées.

Die Aufsätze gegen Camus sind lange im Papiermüll verschwunden und zu neuen Aufsätzen recycelt worden. Der Zauber der "zwei oder drei einfachen, großen Bilder", die Camus über den Umweg der Kunst wiederfinden wollte, macht ihn noch immer zum Zeitgenossen unserer Träume.

Dabei ist er nicht nur ein liebenswerter, weltverlorener Apostel einer aussichtslosen Verzichtsethik oder einer romantischen Regression, sondern ein Schriftsteller, der die Fundamente unseres modernen Lebens ins Wanken bringt. Einer, der gegen die Hässlichkeit unserer Städte revoltiert, die wir inzwischen resigniert für Schönheit zu halten bereit sind. Einer, der die politische Ordnung nicht auf dem Reißbrett seines Scharfsinns neu erfindet, als wäre die Weltgeschichte ein Roman und der Intellektuelle ihr Verfasser.

Sein großer Essay Der Mensch in der Revolte im Jahr 1951 widerspricht den linken und rechten Wohnzimmer-Weltenlenkern, die im Eifer ihrer guten oder bösen Absichten das griechische Urmaß der Existenz vergessen: die Natur und das einfache Leben jedes einzelnen Menschen. Es war sein griechisches "Sonnendenken", das Camus schließlich über den genialen, viel gebildeteren und philosophisch brillanteren Sartre triumphieren ließ, der sich für seinen selbst verfassten Geschichtsroman mehr interessiert hat als für den sowjetischen Gulag oder die Alte von nebenan. Am 8. August 1945 ist Albert Camus an der Spitze der Zeitung Combat der einzige Chefredakteur Frankreichs, der sein Entsetzen über den Abwurf der amerikanischen Atombombe auf Hiroshima zum Ausdruck bringt.

»Ich bereue die stumpfsinnigen Jahre, die ich in Paris gelebt habe«

"Ich bereue die stumpfsinnigen Jahre, die ich in Paris gelebt habe"

Zerknirscht, wie wir sind, in unserem von Kohlendioxyd und Elektrosmog verdüsterten Europa, finden wir ein Vorbild im Sonnendenker Camus. Er ist der Philosoph der Stunde. Du musst dein Leben ändern – dieser von Rilke entliehene Titel des jüngsten Bestsellers von Peter Sloterdijk ist eigentlich eine Botschaft Camus’. Sloterdijk – im gerade zu Ende gehenden Jahr Seelencoach und Kassenwart der verängstigten Mittelschicht – macht aus der Aufforderung zur Umkehr eine höhere Turnübung. Lebensoptimierung durch "Anthropotechnik". Die infolge von bereits stattgehabter Lebensoptimierung eingetretene Überforderung durch weitere Lebensoptimierung kurieren. Die Verpestung der Welt nicht durch einen neuen und glücklicheren Lebensstil, sondern durch "Segregationstechnik" bekämpfen.

Das sind die Ratschläge, die Sloterdijk den verunsicherten deutschen Leistungsträgern im Jahr der gescheiterten Kopenhagener Klimakonferenz in seinen glänzend formulierten Texten unterbreitet. Ganz anders Camus. Er fragt nicht, was das Leben leistet, sondern ob es wert ist, gelebt zu werden. Er fragt nicht nach Fortschritt, sondern nach Qualität. Dass beides nicht dasselbe ist, davon ist er überzeugt.

Diese Sicherheit ist nicht, wie allen Fortschrittsskeptikern von ihren Kritikern seit jeher unterstellt wird, nur eine naive Weltflucht in den Streichelzoo des Lebens. Sie kommt im Gegenteil aus einer harten Landschaft und einer entbehrungsreichen Erfahrung. Die beginnt am 7. November 1913 auf einem Weingut in der Nähe von Mondovi im französischen Algerien, wo Camus’ Vater als Keltereiangestellter arbeitet.

In den an den Weinkeller angrenzenden Räumlichkeiten mit Fußböden aus gestampftem Lehm kommt Albert Camus zur Welt. Elf Monate später fällt der Vater im Ersten Weltkrieg in der Marneschlacht und wird in Frankreich begraben. 1953 wird Camus zum ersten Mal an seinem Grab stehen, da ist er selbst schon elf Jahre älter als der Tote. Er hat den Vater vermisst. Neben einem halb debilen Onkel, einer Großmutter, die das Kind mit dem Ochsenziemer aufzieht, und einer Mutter, die nur 450 Wörter kennt und zeitlebens weder schreiben noch lesen kann, ist er sich selbst und der Stadtbibliothek in Algier überlassen.

 

Sein Aufstieg zum französischen Klassiker ist ein Wunder

Sein Aufstieg zum französischen Klassiker ist ein Wunder, das zum Teil dem französischen Schulsystem und zwei Ausnahmelehrern zuzuschreiben ist, denen zu danken Camus nie vergessen hat. "Es gibt kein Schicksal, das man durch Verachtung nicht überwinden kann", heißt es im Mythos des Sisyphos, dem berühmten philosophischen Essay über das Absurde, den Camus genauso wie seinen genialen Roman Der Fremde im Alter von 23 Jahren konzipiert hat.

In beiden Werken geht es um eine Philosophie der Gleichgültigkeit und der Demut gegenüber der Schöpfung und das einfache Glück über das Leben unter der Sonne. Als der Fremde 1942 im besetzten Paris erscheint, wird Camus über Nacht berühmt. Sartre veröffentlicht eine zwanzigseitige Rezension des Romans.

Danach geht alles sehr schnell. Aus dem algerisch-französischen Journalisten, der beim Alger républicain Reportagen über die Armut der arabischen Landbevölkerung schreibt, ein wenig Studententheater betreibt, mit der Tuberkulose kämpft und am Sonntag seine schweigende Mutter besucht, wird der Kultautor mit dem hochgeschlagenen Mantelkragen. Im Jahr 1943 ist Camus bereits einer der bekanntesten französischen Intellektuellen, Lektor bei Gallimard, Mitarbeiter der illegalen Widerstandszeitung Le Combat, einer, der seine Geliebte nach dem Theater auf dem Fahrradlenker durch das nächtliche Paris nach Hause fährt.

Die Pariser Mantelkragenzeit, diese zweite öffentliche Lebenshälfte, prägt und verzerrt bis heute unser Bild von Camus. Theaterpremieren, Zeitungskonferenzen, Verlagssitzungen, Auszeichnungen, Vortragsreisen nach Amerika, nach Argentinien, in die Niederlande, nach Italien, Einladungen, Freundschaft mit Sartre, mit Beauvoir, mit den Gallimards, immer neue Frauen, zu Hause seine in Depressionen versinkende Ehefrau und die beiden Kinder.

Der andere aber, der Camus, den es lohnt, heute wieder zu entdecken, schreibt mit 42 Jahren in sein Tagebuch während eines Aufenthaltes in Rom: "Ich bereue hier die stumpfsinnigen und schwarzen Jahre, die ich in Paris gelebt habe. Es gibt eine Vernunft des Herzens, von der ich nichts mehr wissen will, denn sie dient niemandem und hat mich an den Rand meines eigenen Verderbens gebracht."

Natürlich gibt es den einen Camus nicht ohne den anderen. Sie gehören zusammen. Dennoch war die Rückkehr in den Süden am Lebensende für ihn ein neuer Anfang und eine Heimkehr in die Welt der Bescheidenheit und der elementaren Freuden. Sein letztes Projekt, der Roman Der erste Mensch, den er am 4. Januar im Farcel Véga bei sich hat und den man nach dem Unfall im Schlamm von Villeblevin finden wird, ist sein erstes Buch, das auf den Luxus einer These oder einer Botschaft vollständig verzichtet.

Es ist ein Buch über seine Kindheit, das von der Gebrechlichkeit und Flüchtigkeit der Geschichte erzählt, von den Menschen seiner Kindheit, wie sie den Sandwind erduldeten, der ihre Spuren verwischte. Die Heldin dieses letzten Werkes ist die Mutter des weltberühmten Autors. Die Frau, die immer schwieg, die niemanden stören wollte, die sich nicht zerstreuen und nichts leisten wollte. Diese Mutter ist ihm heiliger als alle heiligen Jungfrauen. Im Grunde wollte er sein Leben so leben, dass es ihrem Schweigen und ihrer Einfachheit die Waage hielt.

Als am Abend des 4. Januar 1960 das Telefon in der Rue de Lyon in Algier klingelte, wo Madame Camus noch immer lebte, soll sie nicht geweint haben. "Das ist zu jung", soll sie nur gesagt haben. Dann wird sie in ihrer Kittelschürze vors Haus gegangen sein, um die Fensterläden für die Nacht zu schließen.