Die Kraft, die einen in Videotheken treibt, ist die Langeweile. Man sitzt zu Hause, weiß wenig mit sich anzufangen, der Weg ins Kino scheint ewig weit, und so leiht man sich um die Ecke was aus. "Was" ist zumeist ein Film mit viel Handlung, Humor oder Gefühl, auf dass diese die Langeweile vertreiben mögen (es gibt natürlich auch "gute" Videotheken, aber sie sind so rar wie Subtilität in der Komödie Hangover, dem derzeit beliebtesten Videothekenfilm).

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Wer böse sein will, interpretiert diese Karte (zum Vergrößern klicken Sie bitte hier) also als eine Landkarte der Langeweile. Ganz vorne liegen Städte, die popkulturell eher unauffällig sind: Würzburg, Fürth, Oldenburg, Hagen, Hamm. Städte, in denen das Ausgeh-Angebot groß ist – Berlin, Köln, München –, liegen weiter hinten.

Der Osten ist übrigens schon seit Jahren nicht mehr besonders videophil: Zu viele Jüngere sind weggezogen, und es stimmt auch nicht, dass Arbeitslose besonders oft Videos schauen. Das glauben nur die Okayverdienenden, die nicht zugeben wollen, dass sie sich selbst manchmal langweilen. In Videotheken gehen immer die anderen.

Quelle: IVD und eigene Berechnungen