Endlich gute Nachrichten von der Terrorfront: Die Nacktscanner werden eingeführt. Künftigen Unterhosenbombern soll damit das Handwerk gelegt werden. Diese neue Wunderwaffe im Kampf gegen das Böse weist aber noch Höflichkeitsdefizite auf. Ewa vermeidet die Maschine das Wort "Bitte", wenn ihre Elektronikstimme einen Passagier anweist, korrekte Durchleuchtungspositionen einzunehmen. Zu Recht, denn alle sind verdächtig und haben deshalb keinen Anspruch auf zivilisierte Umgangsformen. Das gesundheitliche Restrisiko ist vernachlässigbar. Erst nach tausend Scankontrollen nimmt man ähnlichen Schaden wie bei einem Terroranschlag.

Der Scanner kann zwar weder Tätowierungen noch einen Herzschrittmacher aufspüren, doch er macht sichtbar, was die Sicherheitsleute "Anomalien" nennen. Das sind nicht etwa Missbildungen, sondern dabei handelt es sich beispielsweise um eine Spritze, die jemand im Höschen in die Maschine schmuggeln möchte. Oder um nackte Tatsachen, einen fehlenden Slip etwa. Das stellt zwar keine terroristische Bedrohung dar, motiviert aber die Kontrolleure dazu, noch genauere Checks durchzuführen. Diesen Effekt könnte man auch "Sicherheit durch Freude" nennen. Interessant wäre es, die Scanner, bevor sie auf einem Flughafen eingesetzt werden, zunächst beim Eingang des Parlaments zu testen, damit das Bedienungspersonal bei der Leibesvisitation von Volksvertretern seine Wachsamkeit schärft. Anschließend wird es keinerlei Anomalie mehr überraschen können.