Ein neues Schweißverfahren, ein Handy für Senioren und eine neuartige Herz-Lungen-Maschine – das sind nur einige von mehr als 120 Erfindungen, die die Wissenschaftler der RWTH Aachen in diesem Jahr gemeldet haben. Insgesamt 15 Prozent mehr Erfindungen als im Vorjahr haben NRWs Hochschulen im ersten Halbjahr 2009 an die Patentverwertungsagentur gegeben, an der RWTH gab es sogar ein Plus von 29 Prozent. "An diesem Erfolg haben die Patentscouts einen großen Anteil. Sie haben eine Schlüsselfunktion in unserem 50 Millionen Euro schweren Förderprogramm für Wissenstransfer", sagt Andreas Pinkwart, Minister für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes NRW.

Doch nicht jeder sieht die Arbeit der Patentscouts nur positiv. "Durch die schwarz-gelbe Landesregierung und das von ihr beschlossene Hochschulfreiheitsgesetz sind die Hochschulen gezwungen, sich nach rein betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten im Wettbewerb untereinander aufzustellen", kritisiert Hilmar Schulz, Landessprecher Die Linke in NRW. "Die Annahme, dass man das Konstrukt ›Hochschule‹ mit den Mechanismen eines Betriebes leiten kann, ist eine völlig falsche. Die Linke in NRW sieht mit Sorge die immer größere Ökonomisierung der Wissenschaft."

Könnte es dabei im Endeffekt doch auch zu Fragen des geistigen Eigentums kommen wie einst beim MP3-Format, das heute Standard ist und in Computern, Handys und Stereoanlagen genauso genutzt wird wie in Computersoftware. Entwickelt wurde es vom Fraunhofer-Institut in Erlangen; später gab es aber jahrelange juristische Streitigkeiten um die Patentrechte und somit um die Lizenzeinnahmen.

Trotzdem hoffen die Entwickler und natürlich auch die Patentscouts darauf, in Zukunft eine so legendäre Erfindung wie das MP3-Datenformat zu machen. Aber den wenigsten jungen Forschern geht es darum, Patentmillionär zu werden. Auch die beiden Erfinder des neuartigen Heckspoilers wollen ihre Idee vor allem "technisch umsetzen und damit etwas bewegen", sagt Lehnen. "Bei so etwas mitzuhelfen, das macht extrem viel Spaß!"