Im Herbst 1842 reist Georg Herwegh (1817–1875), der Star unter den Freiheitsdichtern des Vormärz, mit seinen Versen durch die deutschen Lande. In Berlin trifft er Emma Siegmund (1817–1904). Die junge Frau ist umfassend gebildet, mit einer üppigen Mitgift ausgestattet und gilt damit als eine der besten Partien Berlins. Sie spricht sieben Sprachen, zeichnet, reitet, schießt, turnt, raucht – und schwärmt für die revolutionäre Lyrik Herweghs. Sein leidenschaftlicher Ruf nach Freiheit, Einheit und Volkssouveränität gibt dem Verlangen vieler Deutscher Ausdruck, und auch Emma erkennt sich in seinen kämpferischen Gedichten eines Lebendigen wieder. Sieben Tage nach ihrer ersten Begegnung verloben sie sich. In der Schweiz heiraten sie, in Paris finden sie Asyl, der Plan einer Wohngemeinschaft mit dem Ehepaar Marx scheitert, später eine Liebesgemeinschaft mit dem Ehepaar Herzen, drei Kinder kommen zur Welt. Dann der Februar 1848. Emma und Georg verfassen in Paris Flugblätter, er wird Präsident der Deutschen Demokratischen Legion: mehr als 800 Männer und nun auch einer Frau – Emma! Sie wollen nach Baden marschieren und dem Heckerzug zu Hilfe eilen. Emma, in Männerkleidung, schlägt sich zweimal zu Friedrich Hecker durch. Doch der lehnt Hilfe aus Frankreich ab, und alles scheitert: Heckers Freiheitsheer wird geschlagen. Auch die Legion schmilzt zusammen; Emma gelingt es zwar noch einmal, die Männer zum Weitermarschieren zu bewegen, für eine Nacht ist sie Heerführerin. Doch schon am nächsten Morgen werden sie von württembergischen Truppen gestellt, 30 Mann sterben. Den Herweghs gelingt, als Bauern verkleidet, die Flucht. Im Exil, in Frankreich und der Schweiz, folgen unruhige Jahre, Georg veröffentlicht nur noch gelegentlich Gedichte, Emmas Vermögen ist bald aufgebraucht. Als 1866 eine Amnestie dem verschuldeten und immer wieder auch getrennt lebenden Paar eine Rückkehr nach Deutschland erlaubt, ziehen sie nach Baden-Baden. Nach Georgs Tod 1875 geht Emma nach Paris, wo sie 1904 stirbt.