Nicht nur Privatleute lassen sich täuschen, wenn es leicht erscheint, Geld zu machen, sondern auch ganze Stadträte. Viele Kommunen haben seit Mitte der neunziger Jahre an amerikanische Investoren verkauft, was sie besaßen, Straßenbahnen, Wasserwerke, Krankenhäuser, und diese dann teuer zurückgemietet – ein hoch kompliziertes und nur scheinbar einträgliches Geschäft. Längst leiden die Städte unter den Zahlungsraten.

Die Verträge sind meist nicht öffentlich, und so kann diese Karte (zum Vergrößern klicken Sie bitte hier) nicht garantiert vollständig sein. Aber sie lässt doch erkennen, wo in Deutschland die Idee großen Gefallen fand: in Nordrhein-Westfalen – dort waren die Kassen besonders leer. Auch die Schwaben, bekannt für ihren Geschäftssinn, waren der Idee sehr zugetan. Die Ostdeutschen, angeblich so anfällig fürs Dubiose, haben mehrheitlich widerstanden.

Alle Deutschlandkarten des ZEITmagazins im Überblick

Nach und nach kam die Idee in immer kleinere Städte, 2002 nach Kulmbach in Franken. Dort aber verhinderte ein Bürgerbegehren das gefährliche Spiel. Manchmal ist es ganz gut, in einer Kleinstadt zu wohnen, deren Bewohner etwas misstrauischer sind.

Quelle: Leibniz-Institut für Länderkunde, Nationalatlas Aktuell; D. Hänsgen, J. Miggelbrink