Interessante Versuchsanordnung: Schwein wird in Schneeberg gestopft. Wie lange die arme Sau dort durchhält, erlaubt Wissenschaftlern Rückschlüsse auf die Überlebenschancen humaner Lawinenopfer. Leider erzwangen Tierschützer den Abbruch des Experiments, und daher muss die Menschheit vorläufig auf die sicherlich erhellenden Erkenntnisse verzichten. Ein ähnlich unmenschlicher Test entschädigt jedoch für diesen Verlust. Mann mittleren Alters, im Hauptberuf Bauer, wird versuchsweise beschuldigt, Russen zu finanziellen Zuwendungen überredet und im Gegenzug dafür die Staatsbürgerschaft angeboten zu haben.

Mit den Vorwürfen im Fernsehen konfrontiert, kann sich die Versuchsperson natürlich an nichts erinnern. 24 Stunden später fallen ihr allerdings Bruchstücke der Unterredung ein, von der sie am Vortag noch meinte, sie habe nie stattgefunden. Daraus schließt der Proband, das vielleicht zeitweise verschüttete Gespräch müsse manipuliert worden sein. Daher fühlt sich der Mann verfolgt und darin bestärkt, kein Unrecht begangen zu haben. Man mag nun einen enormen wissenschaftlichen Fortschritt darin sehen, wenn sich ein Mensch an etwas erinnert, woran er sich kurz zuvor noch nicht erinnern konnte. Ob das, woran er sich erinnert, tatsächlich stattgefunden hat, ist unerheblich. Ebenso, ob das Erinnerungsferment Illegales beinhaltet. Das wäre nur dann bedeutsam, wenn ein Faktum irgendwelche Konsequenzen zeitigte. Wir sind aber in Österreich, und deshalb ist auch dieses Experiment völlig sinnlos. Quod erat demonstrandum.