Es gibt angeblich Menschen, denen morgens das Aufstehen leichtfällt. Es muss auch viele andere geben, denn Anfang des Jahres schoss Sleep Cycle auf Platz eins der Verkaufsliste für iPhone-Programme ("Apps"), in Deutschland und anderswo. Der Grund für diesen Chart-Erfolg? Mit der App wird das Handy zum "Schlafphasenwecker": Solche Geräte fußen auf der Erkenntnis, dass sich nächtens unterschiedliche Zustände abwechseln.

Auf traumlosen Tiefschlaf folgen Phasen heftiger Träume. Und beim Übergang rumort der Schläfer stärker im Bett, zappelt, dreht sich. Auf jene Momente lauert ein Schlafphasenwecker morgens, um zu klingeln. Vielen Schläfern fällt dann das Aufwachen leichter.

Das erste Gerät dieser Art, den Axbo, testete ich vor drei Jahren. Mein Rumoren verfolgte er per Bewegungssensor. Den musste ich damals am Handgelenk tragen, eingelegt in ein Frottee-Schweißband. Das fühlte sich komisch an. Beim konkurrierenden Zeo Sleep Coach war der Sensor in ein Stirnband verpackt, der Sleeptracker kam gleich als Armbanduhr daher. Das war ziemlich albern, störend – und ist überflüssig, seit Bewegungssensoren in fast jedem Smartphone stecken.

Ausprobiert – jede Woche eine technische Errungenschaft im Alltagstest © Getty Images

Diese zum sanften Nachtwächter aufzumotzen ist nun eine reine Softwarefrage. Für Handys mit Android-Betriebssystem leisten dies Programme wie Smart Alarm Clock und fürs iPhone eben Sleep Cycle, das ich ausprobiert habe.

Stellt man den Wecker auf halb acht, wartet Sleep Cycle ab sieben Uhr auf eine Übergangsphase und zwitschert dann los. Ein paar Minuten früher geweckt werden, dafür aber sanft, lautet der Deal, und es funktioniert. Die perfekte Lösung eines Menschheitsproblems?