Wie kann Deutschland bei der "Zukunftstechnologie Elektromobilität" mithalten? Diese Frage treibt die acatech Deutsche Akademie für Technikwissenschaften um, in der die hiesigen Koryphäen aus Hochschulen, Forschungsinstituten und Industrie ihr Wissen zusammenbringen. Für eine Studie trafen sich diejenigen, die sich hierzulande mit Elektromobilität beschäftigten. Ihr Fazit: Wenn ehrgeizige Ziele wie der "nationale Entwicklungsplan" der Bundesregierung erreicht werden sollen und bis zum Jahr 2020 eine Million E-Autos auf der Straße sein sollen, müsse man "vor allem in Forschung und Entwicklung investieren, um marktfähige Komponenten und Systeme sowie die zugehörige Infrastruktur zu schaffen". Es sei also besser, das Geld an Unternehmen und Universitäten zu geben, als Zuschüsse nach dem Muster der Abwrackprämie zu verteilen, wie es andere europäische Staaten derzeit vormachen. Sie bezuschussen den Kauf von E-Autos im Schnitt mit 7000 Euro.

Studienleiter Dieter Spath vom Fraunhofer- Institut an der Universität Stuttgart begründet die Haltung auch damit, dass Batteriefahrzeuge derzeit den konventionellen Fahrzeugen technisch noch unterlegen seien. Zudem würden Elektrofahrzeuge voraussichtlich zunächst als Zweitauto in eher wohlhabenden Haushalten angeschafft. Diese Käufer müsse man nicht so dringlich mit einer direkten Subvention locken.

Wenn die Politik ihren Ratschlägen folge, könnte Deutschland zum "Leitanbieter" für Elektromobilität werden, glauben die acatech-Experten. "Elektromobilität könnte der nächste Baustein der weltweit als führend angesehenen Umwelttechologien made in Germany werden", sagt Henning Kagermann, Ex-SAP-Chef und acatech-Präsident. Zugleich warnen die Wissenschaftler vor überzogenen Erwartungen: Elektroautos würden "auf längere Sicht eine städtische Mobilitätsform bleiben" – wegen der teuren Batterien und der begrenzten Reichweite.