Im Dresdner Landtag hat man die Absicht, auf dem Flur zwischen den Büros der Linkspartei und der NPD eine Mauer zu errichten. Dies geht aus internen Papieren des sächsischen Geheimdienstes hervor, die der Kolumnistin vorliegen. Der Bau soll den reibungslosen Geschäftsablauf in den Fraktionen garantieren. Immer wieder war es in den vergangenen Wochen zu Handgreiflichkeiten und verbalen Auseinandersetzungen nicht nur zwischen Abgeordneten, deren Mitarbeitern, sondern auch zwischen Besuchern mit politisch extremen Ansichten gekommen. Zahlreiche Sprengsätze, die teilweise in der Unterwäsche der Sekretärinnen eingenäht waren, konnten sichergestellt werden.

Wie aus dem Bericht weiter hervorgeht, werden fünf neue Spezialtüren (Widerstandsklasse 2 mit durchwurfhemmenden Glaselementen) und selbstverriegelnden Antipanikschlössern sowie Codekarten installiert; außerdem wird die Überwachung des Treppenhauses mit Farbkameras samt Bewegungserkennung angeregt. Die Kosten hierfür liegen im hohen sechsstelligen Bereich.

Ferner werden Nacktscanner im Empfangsbereich aufgestellt, und Besuchern des Landtages wird empfohlen, auf die Mitnahme von Flüssigkeiten, Medikamenten und Hygieneartikeln zu verzichten.

Keines der beiden Lager war auf Anfrage zu einer Stellungnahme bereit. Nur so viel ist aus der heiß umkämpften vierten Büroetage mit Blick auf die Dresdner Altstadt zu hören: An all diesen Gerüchten sei nichts dran. Bis auf die Sache mit den Spezialtüren, den Antipanikschlössern, den Code-karten, der Überwachung des Treppenhauses und den Bewegungsmeldern sei alles frei von den Medien erfunden. Vielmehr bemühe man sich um ein friedliches politisches Miteinander.