Bei einem Turnier, das kürzlich in der chinesischen Stadt Nanking stattfand, erzielte der 18-jährige Norweger Magnus Carlsen eines der besten Ergebnisse aller Zeiten. Mit 8 Punkten aus 10 Partien ließ er den Zweitplatzierten Veselin Topalov (Bulgarien) um volle 2,5 Punkte hinter sich. Nach dem Turnier meinte Topalov: "Ich bin mit meinem Abschneiden zufrieden. Ich war der Beste unter den Menschen. Carlsen kam von einem anderen Stern."

Offenbar zahlte sich dessen Zusammenarbeit mit dem früheren Weltmeister Garri Kasparow (Russland) aus. Wie dieser konnte Carlsen seine Gegner von Anfang an unter Druck setzen: "Ich hatte das nie vorher so gefühlt. Vielleicht waren meine Gegner etwas ängstlich, weil sie glaubten, auch gegen Kasparow zu spielen."

Nie in der Geschichte des Schachs war ein Teenager so gut wie Carlsen. Schon vor zwei Jahren hatten Anand und Kasparow prophezeit, er sei der künftige Weltmeister; in China machte er einen wichtigen Schritt dahin. Nicht zuletzt weil er den einheimischen Spitzenspieler Wang Yue in einem herrlichen Endspiel besiegte.

Wenn es Schwarz gelänge, seine sämtlichen Figuren – also Turm, Springer und zwei Bauern – gegen den weißen Turm zu tauschen, wäre es remis: König und zwei Springer können den feindlichen König nicht matt setzen. Doch Carlsen als Weißer am Zug konnte den (Schutz-)Turm b3 von der b-Linie vertreiben und dann zwangsläufig gewinnen. Wie kams? (Vorsicht: sehr schwer! Aber wenn Sie Weltmeister werden wollen, müssen Sie das schaffen.)

Lösung aus Nr. 3:
Wie gewann Schwarz am Zug gewaltsam und schön zugleich? Nach dem Qualitätsopfer 1…Txh2! 2.Kxh2 Dh4+ 3.Kg1 g3! drohte sowohl 4…gxf2+ als auch 4…Dh2+. Bei der noch besten Verteidigung 4.fxg3 ging hingegen nach 4…Dxd4+ 5.Kh2 mit 5…Dxd3 nicht nur der Läufer, sondern nach 6.Dh5 Sd7xe5! auch noch der zweite Zentralbauer verloren, weil 7.Txe5 Sxe5 8.Dxe5 Dh7+ 9.Kg1 Lc5+ schnell verlöre