Welch ein Stoff für einen Dramaturgen! Der Hamburger Stadtteil Altona gegen Ikea, das ist: Kunst gegen Kapital, Geist gegen Geld. "Kill Billy!", fordern die Ikea-Kritiker, frei nach Quentin Tarantino, und suchen einen Tempel der Wegwerfmöbel-Gesellschaft heim – zwecks Kissenschlacht! Am Ende siegt natürlich das Kapital, Ikea veranstaltet unter tätiger Mithilfe des Kleingewerbes ein Volksbegehren, erobert eine überwältigende Mehrheit, bald werden die letzten Protagonisten des Widerstands vertrieben sein. Vorhang.

So, oder so ähnlich, könnte man den Konflikt um die Ikea-Filiale in der Hamburger Innenstadt auf die Bühne bringen. Das Stück würde glänzend in die Debatte um Klientelparteien und ihre Finanziers passen und besonders gut nach Hamburg, wo soeben eine finanzstarke Bürgerbewegung pro Unterschrift einen Euro zahlte und für diesen Preis eine völlig neue Schulpolitik bekommt.