Was für ein Anfang! Zehn Schuss, zehn Treffer. Nennt mich Ole Einar, wie Björndalen, den Biathlon-Gott aus Norwegen. Am Ende werde ich zwar Letzter, bekomme aber trotzdem eine Medaille. Verrückte Welt des winterlichen Zweikampfs. Aber der Reihe nach.

Eigentlich ist Biathlon ein einfacher Sport. "Du brauchst nur drei Dinge", sagt Fritz Fischer, "den Willen, dich zu schinden, ein sicheres Auge und keine Selbstzweifel." Er muss es wissen, der 53-Jährige ist eine deutsche Legende, zweifacher Weltmeister, Gewinner des Gesamtweltcups 1988, Olympiasieger 1992.

Gut 120.000 Kilometer hat er auf Langlaufskiern zurückgelegt und eine halbe Million Schuss abgegeben auf die fünf kleinen, schwarzen Scheiben, um die sich alles dreht. Weil er der Öffentlichkeit etwas zurückgeben wollte von dem, was der Sport ihm ein Leben lang geschenkt hat, sagt Fischer, hat er vor ein paar Jahren im oberbayerischen Ruhpolding sein Biathlon Camp gegründet.

Die Stadtväter werden es ihm gedankt haben, denn die Zeiten, in denen Touropa-Sonderzüge Gäste zuhauf am kleinen Bahnhof abkippten, sind lange vorbei. Trotz 60 Kilometer Loipen, Erlebnisbad und nagelneuer Gondelbahn hinauf ins Skigebiet Winklmoos-Steinplatte muss um jeden Gast gekämpft werden. Da kann ein unique selling point wie Fischers Zweikampf-Camp nicht schaden. Hier darf jeder einmal für ein paar Stunden oder Tage ein echter Skijäger sein.