DIE ZEIT: Frau Hamann , für Ihr Buch Hitlers Wien haben Sie sich durch Mein Kampf gekämpft. Kann man das Buch heute noch lesen?

Brigitte Hamann: Ich kenne niemanden, der es komplett geschafft hat. Es ist unerträglich und schrecklich langweilig...

ZEIT: ...aber eine wichtige historische Quelle?

Hamann: Na ja. Hitler tut so, als zeichne er ein ungeschminktes Bild seines Lebens. Aber wenn man sich seine Jugend in Linz und die Wiener Jahre 1908 bis 1913 anschaut, wird schnell klar, dass so gut wie alles, was er schreibt, erlogen ist, zum Beispiel, er habe auf dem Bau gearbeitet. Der schmächtige Hitler konnte nicht mal einen Koffer tragen.