Bisher hat die Notenbank Federal Reserve die Aktivitäten der öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute gestützt. So hält der oberste Zentralbanker Ben Bernanke den Zinssatz nahe null. Rund 1,25 Billionen Dollar an Hypothekenpapieren hat die Fed während der Finanzkrise zudem bei Fannie und Freddie angekauft und damit ebenfalls Geld in die maroden Institutionen gepumpt. Doch seit Mitte März ist damit Schluss.

Wie soll es nun weitergehen mit Fannie und Freddie? Darauf will Obama keine klare Antwort geben – zumindest vorerst nicht. Nach einigen halbherzigen Anhörungen zum Thema hat die Regierung angekündigt, frühestens im kommenden Jahr einen Reformvorschlag vorzulegen, also nach den Kongresswahlen im November.

Unterdessen läuft offenbar eine Art Tarnmanöver. Washington will nicht klar sagen, dass es sich bei den wachsenden Verpflichtungen der Hypothekeninstitute um Staatsschulden handelt. Anfang des Monats schrieb Finanzminister Tim Geithner in einem Brief an einen skeptischen Volksvertreter, es handle sich bei den Fannie- und Freddie-Papieren gerade nicht um Staatspapiere. Zwar beeilte er sich hinzuzufügen, dass kein Zweifel an der Verpflichtung der USA bestehe, die beiden Institute zu unterstützen. Doch es ist ein feiner, aber unter Umständen schwerwiegender Unterschied: "Das ist ein Versprechen, aber kein Rechtsanspruch", sagt Finanzexperte Calabria.

60 Prozent der ausstehenden Papiere sind in ausländischer Hand. Auch private wie öffentliche deutsche Institute haben sich in den guten Jahren eingedeckt. Es gibt jedoch keine offiziellen Angaben, wer wie viel hält.

Eigentlich, sagen Kritiker, müssten solche Schulden im staatlichen Budget aufgeführt werden – falls sie wirklich zurückgezahlt werden sollen. Daran zweifelt derzeit noch niemand offen. Doch Nervosität schafft der Fall auch so. Schließlich hat die Staatsverschuldung der USA mit über zwölf Billionen Dollar schon ein historisches Hoch erreicht – sie entspricht fast 90 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. "Die Regierung spielt ein gefährliches Spiel mit unserer Solvenz", sagt Joseph Mason, Finanzprofessor an der Louisiana State University.

Was geschieht also, wenn jetzt mit staatlicher Hilfe eine neue Immobilienblase in den USA entsteht – und wenn auch sie am Ende platzt? Dann muss der Staat Fannie und Freddie retten, und die USA rutschen weiter in die Schuldenfalle. Oder er tut es nicht, und der Wert des Dollar und das Vertrauen in den Schuldner USA sinken umso schneller.

Für die Stabilität der Weltwirtschaft kann man deshalb nur wünschen, dass die neue Wette der USA besser verläuft als die alte.