Die fünf Tage des Flugverbots waren eine harte Zeit für TUI, Rewe und Co. Sie mussten die etwa 230000 deutsche Pauschalurlauber, die rund um den Globus gestrandet waren, versorgen, beruhigen – und dafür sorgen, dass sie irgendwie zurückkommen. Die TUI zum Beispiel charterte Fähren, 158 Busse und jede Menge Flugzeuge, um den Urlauberstau zwischen Kanaren und Ägäis aufzulösen. "Das war die größte logistische Herausforderung, die wir je hatten", sagt Ulrich Heuer, der Chef des TUI-Krisenstabs. Nun rechnen die Reiseveranstalter zusammen, was die Aschewolke und ihre Folgen sie gekostet haben – und fragen sich, wie sie das Geld wieder hereinbekommen können.

TUI und Neckermann/Thomas Cook beziffern den Schaden, der ihnen entstanden ist, jeweils auf sechs bis acht Millionen Euro für jeden Tag der Krise. Bei Rewe mit seinen Marken Dertour, ITS und Jahn-Reisen summieren sich die zusätzlichen Aufwendungen auf einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag. Experten sprechen von der schwierigsten Lage seit dem 11. September.

Das Loch in die Kasse reißen einerseits die Kosten für Übernachtungen und Sondertransporte – allein die beiden Jumbojets, die die TUI spontan anmietete, kosten jeder 14000 Euro pro Stunde –, andererseits das entgangene Geschäft. Denn während des Flugverbots saßen mehr als 200000 Menschen in Deutschland auf gepackten Koffern und konnten ihren Urlaub nicht antreten. Die Veranstalter mussten ihnen kündigen, wegen "Unmöglichkeit der Leistungserbringung aufgrund von höherer Gewalt". Allerdings kann die Branche hoffen, dass dieses Geschäft zum größten Teil nur verschoben ist. "Die Leute wollen trotz allem in Urlaub fahren", sagt Studiosus-Sprecher Frano Ilic. Die führenden Veranstalter bieten an, zum gleichen Preis einfach später zu reisen. Und berichten, dass 80 bis 90 Prozent der Kunden dies annehmen. Das unterscheidet die Lage von der nach den Terroranschlägen vom 11. September, die vielen über Monate die Lust auf Flugreisen nahmen.

Die Reiseveranstalter hatten Glück im Unglück: Die Osterferien waren vorüber, und auch die Fernreisesaison nähert sich dem Ende. In den Zielgebieten war nicht allzu viel los. "Um diese Zeit starten täglich etwa 50000 Pauschalurlauber mit dem Flugzeug, in der Hochsaison wären es zwei- bis dreimal so viele", sagt Torsten Schäfer vom Deutschen Reise-Verband DRV.