Was das Thema Urängste angeht, hätte ich ein Beispiel anzubieten: nachts mit einem Riesenauto und kaputtem Motor auf einer engen, abschüssigen italienischen Straße zwischen Hauswänden stecken bleiben – und es kommt Gegenverkehr. Als meine Frau und ich um ein Uhr nachts am Golf von Neapel ankommen, haben wir 1770 Kilometer zurückgelegt, sehr amerikanisch-komfortabel dank extra langer Sitzflächen, enormem Fußraum und technischen Finessen von Tempomat bis CD-Wechsler. Jetzt tuckern wir müde in Richtung Ferienhaus, dem Fiat unserer Vermieterin hinterher. Plötzlich ein Warnschild: Straßenbreite 1,90 Meter.

Man muss dazu sagen, dass es der Dodge Journey auf fast zwei Tonnen bringt, fünf Meter Länge und, nun ja, 1,88 Meter Breite. Ich sage: "Mit angeklappten Spiegeln passt das." Hinter dem Schild fahren wir auf die Hauswände zu. Ich fahre weiter. Die Straße geht in eine scharfe Kurve und – steil bergab. "Okay", sage ich nach fünfzig Metern. "Wohl nicht." Meine Frau klettert aus dem Seitenfenster, hangelt sich an der Hauswand entlang hinters Auto und beginnt, mich rauszuwinken.

Die Autotests aus dem ZEITmagazin © Zeit Online

Kupplung kommen lassen, anderthalb Meter rückwärts die Steigung rauf, Achtung, Wand, Bremse, Gas geben, Bremse los, Kupplung. Ich schwitze. Plötzlich ein "Rums", das Gas läuft ins Leere und der Dogde bergab – in die Richtung Nadelöhr. Im letzten Moment ziehe ich die Handbremse. Vor uns stauen sich die Mofas, der Motor qualmt, nichts geht mehr. Der Dodge Journey ist ein feines Auto mit viel Stauraum, allerdings etwas wenig Zugkraft. Dafür ist er in der Autogasversion "Eco+" verbrauchsgünstig und für lange Autobahnfahrten und Ortsfahrten geeignet – solange sich die Orte nicht in Süditalien befinden.

Nach einigem Palaver hat sich netterweise der Mann der Vermieterin hinters Steuer gesetzt und den Dodge bergab rollen lassen, elegant vorbeigezirkelt an den Hauswänden, hinein in eine Einfahrt. Sein Schwager, Automechaniker, diagnostizierte am nächsten Morgen einen Riss des Kupplungszugs. Tags drauf kam dessen Cousin mit einer Art Mini-Unimog, gemeinsam bugsierten sie den Dodge einen Kilometer bis zur Hauptstraße hinauf. Rückwärts.

Was ich selbst zur Bergung beitrug?

Als wir feststeckten, war meine erste Idee, die Polizei um Hilfe zu rufen. Da wurde selbst für süditalienische Verhältnisse laut gelacht. 

Technische Daten

Motorbauart: 4-Zylinder-Benzin- und Gasmotor
Leistung: 125 kW (170 PS)
Beschleunigung (0–100 km/h): 10,1 s
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
CO2-Emission: 209 g/km
Durchschnittsverbrauch: 8,8 Liter (Benzin)/9,9 Liter (Gas)
Basispreis: 25.290 Euro

Jan-Martin Wiarda ist Redakteur im Ressort Chancen